16000 Bürger laufen Sturm: Kultbad bei Karlsruhe vor Schließung

Ein Luftbild eines Mega-Schwimmbades, in dem viele Badegäste in der Nähe von Karlsruhe planschen, schwimmen und Spaß haben. Die Sonne scheint, die Pool-Anlage ist groß und sauber. Die Eintrittspreise für Schwimmbäder steigen.
Symbolbild © imago/Hans Blossey

Ein Kultbad in der Nähe von Karlsruhe kämpft derzeit um seine Zukunft – mehr als 16.000 Bürger wehren sich jetzt aber gegen die Schließung. Die Entscheidung steht kurz bevor.

Die Schicksalsstunde für ein legendäres Kultbad bei Karlsruhe naht – doch eine riesige Protestwelle rollt an, um die Schließung zu verhindern.

Mehr als nur ein Becken: Mit der Schließung ist das gesamte Ensemble in Gefahr

Die Sonne auf der Haut, der Duft von Wasser und Wald, das Lachen von Kindern am Beckenrand – für Generationen von Karlsruhern war ein Ort im Sommer das zweite Zuhause. Jetzt steht dieses Kultbad bei Karlsruhe aber vor der Schließung. Die Stadt muss sparen und plant deshalb, das Rheinstrandbad Rappenwört für zwei Jahre zu schließen. Doch dagegen formiert sich massiver Widerstand. In fünf dicken Aktenordnern sammelte sich der Protest: 16.574 Menschen unterschrieben gegen die drohende Schließung. Der Förderverein übergab diese beeindruckende Bürger-Meinung an die Stadt. Es ist ein emotionaler Appell für einen Ort, der mit seinem einzigartigen Wellenbecken, den weitläufigen Liegewiesen und der idyllischen Lage im Rheinwald zu den schönsten Freibädern Deutschlands zählt.

Die Stadt Karlsruhe sieht in der zweijährigen Schließung des Kultbads jedoch eine entscheidende Sparmaßnahme und rechnet mit jährlichen Einsparungen von rund 900.000 Euro. Die gesammelten Unterschriften könnten nun die Grundlage für ein offizielles Bürgerbegehren sein, für das eine Hürde von etwa 15.000 Unterschriften gilt. Parallel wird der Gemeinderat im Dezember endgültig über das Schicksal des Bades entscheiden. Doch die Diskussion wird kontrovers weitergeführt. Der engagierte Förderverein zweifelt nämlich die angegebenen Sparzahlen der Stadtverwaltung fundamental an und geht von einer viel geringeren Netto-Ersparnis aus. Zudem hat der Verein ein eigenes Konzept zum Erhalt vorgelegt, auf das die Politik zunächst positiv reagierte, jetzt aber teilweise wieder mit Skepsis.

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Streit um Millionen: Die Protestler haben Zweifel an der Ersparnis

Das Rheinstrandbad ist zudem mehr als nur ein Freibad. Es ist das lebendige Herzstück des gesamten „Rheinparks Rappenwört“, zu dem auch ein bedeutendes Naturschutzzentrum gehört. Eine Schließung würde dieses einzigartige Erholungs- und Bildungsensemble in seiner Existenz bedrohen.

Während die politische Entscheidung naht, kämpft die Bürgerschaft weiter um ihren Sommerplatz am Fluss. Die über 16.000 Unterschriften sind ein deutliches Signal. Dieses Kultbad ist für die Menschen ein Stück Heimat – und das soll es auch so bleiben.

(Quelle: Stadt Karlsruhe, dpa)