200 Euro Strafe: Neue Verbote für Raucher in Baden-Württemberg

Ein Mann raucht eine Zigarette von Marlboro. Man sieht vor lauter Rauch kaum das Gesicht und die Hand des Mannes, so dicht ist der Qualm.
Symbolbild © istockphoto/Zhang Rong

Für Raucher in Baden-Württemberg wird es bald ernst: Das Land verschärft das Rauchverbot drastisch – höhere Bußgelder, neue Verbotszonen und klare Regeln kommen auch für E-Zigaretten.

Qualm kostet künftig richtig Geld! Baden-Württemberg verschärft sein Rauchverbot drastisch – und trifft damit zahlreiche Raucher im Alltag.

Rauchverbot verschärft sich in Baden-Württemberg

Was lange diskutiert wurde, wird jetzt Realität, denn Baden-Württemberg zieht die Daumenschrauben beim Gesundheitsschutz deutlich an. Die Reform des Landesnichtraucherschutzgesetzes ist beschlossen – und sie hat es in sich. Das Ziel: mehr Schutz vor Passivrauch, vorwiegend für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen und chronisch Kranke. Rauchen bleibt ein massives Gesundheitsproblem. Jeder zehnte Todesfall im Land ist darauf zurückzuführen. Bundesweit starben 2023 rund 131.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Besonders gefährdet sind Kinder, denn ihr Körper baut Schadstoffe schlechter ab, das Risiko für schwere Erkrankungen steigt deutlich.

Künftig dürfen in öffentlichen Innenräumen nicht nur klassische Zigaretten nicht mehr geraucht werden, sondern auch E-Zigaretten, Shishas und Tabakerhitzer – selbst dann, wenn sie kein Nikotin enthalten. Ausnahmen sind nur in klar abgetrennten Rauchernebenräumen für Erwachsene erlaubt. Auch im Freien wird es Einschränkungen geben. Auf Kinderspielplätzen, Schulhöfen und an Haltestellen sind Zigaretten künftig tabu. Zudem sollen Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Freibäder, Zoos und Freizeitparks grundsätzlich rauchfrei werden. Einzelne ausgewiesene Raucherbereiche bleiben jedoch möglich. Der Beschluss fiel Anfang Februar 2026. Bis zur vollständigen Umsetzung wird es noch einige Monate dauern.

Lesen Sie auch
Feiern: Hier sind die wichtigsten Volksfeste in Baden-Württemberg

Deutlich höhere Bußgelder drohen

Während bislang bei einem Verstoß rund vierzig Euro fällig wurden, steigen die Bußgelder nun erheblich. Der erste Verstoß kostet bis zu 200 Euro. Wiederholungen innerhalb eines Jahres kosten bis zu 500 Euro. Betreiber von Einrichtungen müssen noch tiefer in die Tasche greifen. Wer die Vorgaben missachtet, riskiert bis zu 3.300 Euro im Erstfall und 6.500 Euro bei Wiederholung.

In Restaurants, Diskotheken und Festzelten bleibt vieles beim Alten. Raucher-Nebenräume dürfen weiterhin betrieben werden. Der Zutritt ist jedoch ausschließlich Erwachsenen gestattet. Auch auf Volksfesten gelten Ausnahmeregelungen. Neu ist allerdings eine Transparenzpflicht: Bereits am Eingang muss klar erkennbar sein, ob es einen Raucherraum gibt. International zeigt sich ein klarer Trend: Laut Weltgesundheitsorganisation ist der Anteil der Raucher weltweit in den vergangenen zehn Jahren von 23 auf 19 Prozent gesunken. Seit der Jahrtausendwende ging die Zahl der Raucher von 1,38 Milliarden auf 1,2 Milliarden zurück.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)