
Ein gefährlicher Fund sorgte am Sonntag für einen Großeinsatz mit massiven Einschränkungen im Verkehr. Auslöser war ein Bombenalarm in Baden-Württemberg, der stundenlang für Ausnahmezustand sorgte.
Straßensperren und Tausende Menschen auf den Beinen: In Baden-Württemberg sorgte ein gefährlicher Fund für einen Ausnahmezustand.
Tausende Menschen müssen ihre Wohnungen verlassen
Am frühen Sonntagmorgen herrschte in Pforzheim in Baden-Württemberg Ausnahmezustand. Der Grund dafür lag mehrere Meter tief im Boden verborgen: eine Weltkriegsbombe im Bereich des Quartiersparks Oststadt. Rund 27.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, zahlreiche Häuser wurden geräumt. Auch Alten- und Pflegeheime lagen innerhalb des Sicherheitsradius von etwa 1,5 Kilometern. Bereits im Vorfeld hatten Feuerwehr, Polizei und Stadtverwaltung umfangreiche Maßnahmen vorbereitet. Seit den frühen Morgenstunden klingelten Einsatzkräfte an Haustüren, sperrten Straßen ab und kontrollierten die Evakuierungszone.
Trotz der angespannten Lage verlief die Räumung nach Angaben der Verantwortlichen weitgehend ruhig und geordnet. Viele Bürger zeigten Verständnis für die außergewöhnliche Situation und folgten den Anweisungen der Helfer ohne größere Probleme. Für Menschen, die keine Unterkunft finden konnten, richteten die Behörden zudem in der Jahnhalle und der Ludwig-Erhard-Halle zentrale Betreuungsstellen ein. Dort kümmerten sich das Deutsche Rote Kreuz sowie die Psychosoziale Notfallversorgung um Betroffene. Auch der Verkehr war massiv beeinträchtigt. Bahnverbindungen in Richtung Karlsruhe und Stuttgart wurden zeitweise eingestellt, Teile des öffentlichen Nahverkehrs fielen komplett aus. Insgesamt waren rund 1.500 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen und technischen Diensten im Einsatz.
Gefahr aus dem Zweiten Weltkrieg bleibt allgegenwärtig
Nachdem die Evakuierung abgeschlossen war, begann schließlich der entscheidende Moment: Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes entschärften die Bombe planmäßig und ohne Zwischenfälle. Erst danach konnten die Menschen in ihre Wohnungen zurückkehren. Der Vorfall zeigt erneut, wie präsent die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs noch immer sind. Allein im Jahr 2025 entschärfte der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg siebzehn Bombenblindgänger, zwei weitere mussten kontrolliert gesprengt werden. Zusätzlich wurden rund 18,8 Tonnen Munition und Kampfmittel geborgen und vernichtet. Dafür rückten die Experten im vergangenen Jahr zu insgesamt 930 Einsätzen aus.
Historiker gehen davon aus, dass während des Zweiten Weltkriegs rund 1,35 Millionen Tonnen Munition auf das damalige Deutsche Reich abgeworfen wurden. Etwa 100.000 Tonnen davon trafen Baden-Württemberg. Nach Schätzungen explodierten zehn bis fünfzehn Prozent der Bomben nicht – viele liegen bis heute unentdeckt im Boden. Seit 1987 wurden allein in Baden-Württemberg 833 Sprengbombenblindgänger gefunden.
(Quellen: DER SPIEGEL, Polizei Pforzheim)














