5000 Arbeitern könnte Entlassung drohen in Baden-Württemberg

Eine große Produktionsstätte wird aus der Luft fotografiert. Das Werk liegt inmitten eines Industriegebiets. Die Dächer der Hallen sind grau. Ein Schornstein ist zu sehen und die gesamte Anlage scheint auf dem Land zu sein.
Symbolbild © imago/Hans Blossey

Eine Beschäftigungsgarantie gehört eigentlich zum guten Ton in einem ernsthaften Arbeitsverhältnis. Fehlt diese oder kriselt ein Unternehmen, drohen oft Entlassungen – wie nun auch Tausenden Arbeitern in diesem Betrieb in Baden-Württemberg.

Die Autozuliefererbranche steckt, wie viele deutsche Unternehmen und Familienbetriebe, zurzeit tief in der Krise. Nun drohen Tausende Arbeiter eines namhaften Unternehmens in Baden-Württemberg Entlassungen zu treffen.

Automobilzulieferer steht vor großen Herausforderungen

Die ZF Friedrichshafen AG, einer der weltweit führenden Automobilzulieferer, steht vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Aufgrund von milliardenschweren Übernahmen und der schleppenden Umstellung auf Elektromobilität ist das Unternehmen derzeit leider stark verschuldet. Um die Kosten zu senken, ergreift der Konzern eine Vielzahl von Maßnahmen. Dazu gehören der Verkauf ganzer Unternehmenssparten sowie die Einführung von Kurzarbeit für 1.500 Mitarbeiter während der Sommermonate. Trotz der Ankündigung eines Kündigungsausschlusses für etwa 4.900 Mitarbeiter bis 2028 betont CEO Holger Klein, dass dies keine absolute Beschäftigungsgarantie bedeute. Die Möglichkeit, die Mitarbeiterzahl bei Bedarf zu reduzieren, bleibe bestehen. Dies verunsichert natürlich die ganze Belegschaft.

Neben der Kurzarbeit erweitert ZF Friedrichshafen sein Angebot zur Altersteilzeit und nutzt natürliche Fluktuationen, indem frei werdende Stellen nicht nachbesetzt werden. Diese Maßnahmen sollen die Personalkosten weiter reduzieren. Zudem fordert das Management von den Mitarbeitern Flexibilität, um neue Aufgaben zu übernehmen, falls ihre aktuellen Positionen wegfallen. Die Bereitschaft der Belegschaft, sich an veränderte Bedingungen anzupassen, ist entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der Sparmaßnahmen.

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Auswirkungen auf die Belegschaft: Diese Schritte sind nun gefragt

Die Vereinbarung, die betriebsbedingte Kündigungen bis 2028 ausschließt, gilt für die Mitarbeiter der Zentralbereiche sowie der Forschung und Entwicklung in Friedrichshafen. Dennoch bleibt die Möglichkeit bestehen, die Zahl der Mitarbeiter auf bis zu 4.150 zu reduzieren, wenn dies erforderlich ist. CEO Holger Klein stellt klar, dass diese Flexibilität notwendig sei, um den wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. In Einzelfällen könne es zudem zu Aufhebungsverträgen kommen, um die Anpassung an die neue Situation zu erleichtern.

Zusätzlich sollen die Mitarbeiter auf sechs Tage bezahlten Urlaub verzichten, um ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Diese Maßnahme betrifft alle Ebenen des Unternehmens, einschließlich des Topmanagements. Viele Führungskräfte verzichten freiwillig auf etwa ein Viertel ihres Monatsgehalts, indem sie den zusätzlichen Urlaub nicht in Anspruch nehmen. Dieser kollektive Verzicht soll die Bereitschaft zeigen, gemeinsam die finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden und zur Stabilität des Unternehmens beizutragen.