
Ein Großkonzern erhöht die Arbeitszeiten: Nach Jahren mit verkürzter Wochenarbeitszeit dreht ein bekannter Energieversorger aus Baden-Württemberg wieder auf und setzt auf volle Kraft für die Energiewende.
Angestellte eines bekannten Großkonzerns aus dem Südwesten müssen bald wieder länger arbeiten – und das mitten in einer milliardenschweren Umbauphase.
Großkonzern erhöht Arbeitszeiten: Mehr Stunden für alle
Was wie ein Schritt zurück klingt, soll eigentlich den Fortschritt sichern: Ein großer Energieversorger aus Baden-Württemberg erhöht zum Jahreswechsel die Wochenarbeitszeit von 36 auf 38 Stunden. Damit endet ein Sonderweg, den das Unternehmen seit 2011 gegangen ist. Damals war es wirtschaftlich schwer angeschlagen. Statt einer Tariferhöhung einigte man sich damals mit der Gewerkschaft ver.di und den Betriebsräten auf verkürzte Arbeitszeiten.
Jetzt aber soll wieder nach dem normalen Branchentarif gearbeitet werden – und das hat handfeste Gründe. Die Belegschaft wird mehr denn je gebraucht: Der Konzern steckt mitten in einer Umbauphase des Energiesystems und die Angestellten werden dringender denn je gebraucht. Rund 30.400 Mitarbeiter sind davon betroffen. Für sie bedeutet die Rückkehr zur regulären Wochenarbeitszeit eine klare Botschaft: Die Krise ist vorbei, jetzt geht es mit voller Kraft voraus.
Milliarden für grüne Energie und Sicherheit für Jobs
Hintergrund der Entscheidung ist ein ambitioniertes Investitionsprogramm: Bis 2030 sollen bis zu 50 Milliarden Euro in grüne Energie, moderne Netze und Wasserstoffprojekte fließen. Der Konzern will dabei nicht weniger als die Energiewende mitgestalten – und das auf allen Ebenen. Die Rückkehr zur regulären Arbeitszeit passt da ins Bild: Ein Zeichen wirtschaftlicher Stabilität und zugleich ein Bekenntnis zur Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
Klar ist aber auch: Wer mehr fordert, muss auch geben. Deshalb werden die Tariflöhne entsprechend angepasst. Es geht um eine Erhöhung um 3,73 Prozent, also genau das, was 2011 eingespart wurde. Der Kündigungsschutz bleibt zudem bis Ende 2030 bestehen. Ein starkes Signal an die Belegschaft. Bei dem Energieriesen handelt es sich um EnBW, einer der größten Versorger Deutschlands mit Sitz in Karlsruhe. Rund 5,5 Millionen Kunden vertrauen auf den Konzern. Für 2025 erwartet EnBW bis zu 5,3 Milliarden Euro bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Zahlen, die zeigen: Der Plan scheint aufzugehen.














