Ärzte-Aus in Baden-Württemberg – mehrere Praxen machen dicht

Ein Arzt misst bei einem Patienten, der um seinen Oberarm eine Bandage trägt, den Blutdruck. Häufig nehmen Ärzte mit dem Messen des Blutdrucks erste Untersuchungen vor. Hausärzte sind häufig insbesondere auf dem Land aber auch in der Stadt die ersten Ansprechpartner bei Erkrankungen und Symptomen.
Quelle: iStock, DragonImages

Das darf doch nicht wahr sein. Jetzt sorgt ein Ärzte-Aus in Baden-Württemberg für Wirbel, denn mehrere Praxen machen dicht.  Für viele Menschen wird das bald spürbare Folgen haben.

Diese Hiobsbotschaft dürfte so manchem Kopfzerbrechen bereiten. Demnächst erfolgt ein Ärzte-Aus in Baden-Württemberg, denn mehrere Praxen machen dicht. Für Patienten bedeutet das wohl längere Wege, weniger Auswahl und möglicherweise auch deutlich längere Wartezeiten.

Wichtige Aufgabe über das Behandeln akuter Beschwerden hinaus

Ärzte und insbesondere Hausärzte übernehmen eine wichtige Aufgabe, weil sie Patienten nicht nur bei akuten Beschwerden behandeln, sondern sie auch langfristig begleiten. Während es in Städten meist zahlreiche Arztpraxen gibt und Patienten deshalb oft zwischen verschiedenen Angeboten wählen können, ist die Situation auf dem Land häufig schwieriger. Dort fehlen Hausärzte, sodass die Wege zur nächsten Praxis länger sein können und Termine teilweise schwerer zu bekommen sind. Außerdem müssen ältere Menschen, die nicht mobil sind, zusätzliche Hürden überwinden, während in Städten die gute Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel vieles erleichtert. Doch nun sorgt ein Ärzte-Aus in Baden-Württemberg für großen Wirbel, denn mehrere Praxen machen dicht.

Weitere Veränderung der Versorgungssituation möglich

Mit der Eröffnung des neuen Hohenloher Krankenhauses in Öhringen ist zugleich die geplante Schließung mehrerer Praxen des Hohenloher Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) bekannt geworden. Bereits im Oktober 2026 soll die allgemeinmedizinische Praxis im MediKün in Künzelsau schließen, während zum 1. Januar 2027 die Gastroenterologie und die Gynäkologie in Öhringen folgen sollen. Verantwortlich für das MVZ ist die BBT-Gruppe, die die Schließungen vor allem mit finanziellen Defiziten begründet. Denn die betroffenen Praxen lassen sich wohl wirtschaftlich nicht betreiben und die notwendigen Verluste können nicht dauerhaft ausgeglichen werden. Für die Beschäftigten entstehen dadurch natürlich auch Veränderungen, allerdings prüft die Betreibergesellschaft individuelle Lösungen.

Lesen Sie auch
Job-Angst im Südwesten – Zehntausende Stellen in Gefahr

Gleichzeitig soll der Kassensitz erhalten bleiben, sodass im Oktober ein neuer Vertragsarztsitz ausgeschrieben werden kann. Es laufen dazu bereits Gespräche mit möglichen Interessenten. Die geplanten Schließungen sorgen dennoch für erhebliche Sorgen in der Region, weil Künzelsau und Öhringen auf eine verlässliche medizinische Versorgung vor Ort angewiesen sind. Besonders problematisch ist dabei, dass ein freiwerdender Kassensitz nicht automatisch einen neuen Arzt am bisherigen Standort garantiert. Deshalb könnte sich die Versorgungssituation weiter verändern, obwohl die Region gerade mit dem neuen Krankenhaus ihre medizinische Infrastruktur stärken wollte.

(Quellen: BBT-Gruppe, Stadt Künzelsau, Stadt Öhringen)