
Mitten in der Nacht bebt die Erde und erschüttert eine Region in Baden-Württemberg. Tausende Menschen spüren die Erschütterungen deutlich und werden abrupt aus dem Schlaf gerissen.
Sonntagabend zittern plötzlich Wände, Gläser klirren, Betten beben – viele Menschen im Südwesten schrecken hoch.
Plötzliches Grollen aus der Tiefe
Es ist Sonntagabend, als im Südwesten von Baden-Württemberg die Erde bebt. Ein Erdbeben der Stärke 2,4 sorgt für Aufregung – viele Menschen in der Ortenau und im Schwarzwald spüren die Erschütterung deutlich. Laut Deutscher Presseagentur wurde das Beben um 23 Uhr registriert. Das Epizentrum lag in der Gemeinde Kippenheim im Ortenaukreis. Das Beben war dabei laut Modellberechnungen für rund 18.000 Menschen spürbar.
Über mögliche Schäden war zunächst nichts bekannt. Bei einer Stärke von 2,4 sind zwar deutliche Erschütterungen möglich, gravierende Gebäudeschäden gelten jedoch als unwahrscheinlich. Dennoch sitzt der Schreck bei vielen tief – schließlich kommt ein Beben meist ohne jede Vorwarnung.
Warum bebt es immer wieder?
Tatsächlich ist Baden-Württemberg das seismisch aktivste Bundesland Deutschlands. Die Ursache liegt tief unter der Erde: Geologische Schwächezonen durchziehen das Bundesland. Besonders betroffen sind der Oberrheingraben, die Albstadt-Scherzone auf der Zollernalb sowie die Bodenseeregion. Die tektonischen Spannungen entstehen durch die gewaltige Kollision der Afrikanischen Platte mit der Eurasischen Platte. Auch wenn sich diese Platten mehrere hundert Kilometer südlich aufeinander zubewegen, reichen die Auswirkungen bis nach Süddeutschland – mit spürbaren Folgen.
Erst im Dezember 2025 hatte es im Umkreis von zehn Kilometern eine weitere Erschütterung gegeben. Insgesamt waren im vergangenen Jahr vierzehn Erdbeben im Südwesten für Menschen wahrnehmbar. Dreizehn davon hatten ihr Epizentrum im Land selbst, eines kam aus der benachbarten Schweiz. Kleine Beben registrieren Messstationen fast täglich – größtenteils unbemerkt. Deutschlandweit hat man 2025 rund 2200 Erdbeben gezählt. Die stärksten erschütterten im Dezember den Kreis Esslingen (Stärke 3,0) und das hessische Taunusstein (2,6). Beben, die ernsthafte Gebäudeschäden verursachen, treten im Schnitt nur einmal pro Jahrzehnt auf. Klar ist jedoch: Erdbeben können nicht vorhergesagt werden. Experten setzen daher auf Risikoanalysen, Bauvorgaben und Notfallpläne. Denn wenn die Erde plötzlich wackelt, bleibt nur eines sicher – die Überraschung.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Landeserdbebendienst Baden-Württemberg)














