Aus: 600 Stellen sollen in Baden-Württemberg gestrichen werden

Ein männlicher Mitarbeiter mit blauem Overall und gelbem Helm steht an einem Montageband in einer großen Fabrik in der Automobilindustrie.
Symbolbild © istockphoto/WangAnQi

600 Stellen sollen in einem traditionsreichen Werk gestrichen werden – für die Beschäftigten ist das ein Schock. Hinter den Kulissen laufen bereits die Vorbereitungen für die Schließung des Standorts.

Ein traditionsreicher Industriebetrieb aus Baden-Württemberg plant das Aus für einen wichtigen Standort – hunderte Beschäftigte bangen jetzt um ihre Zukunft.

Schock für 600 Mitarbeiter: Traditionsfirma plant Werksschließung

Der Filterspezialist MANN+HUMMEL will ein Werk schließen. Für die Belegschaft kommt diese Nachricht wie ein Schlag ins Gesicht – und für die betroffene Stadt bedeutet sie einen schweren Verlust. Noch ist das Werk nicht geschlossen, doch die Pläne sind konkret. Das Unternehmen aus Ludwigsburg kündigte an, die Produktion des Standorts Speyer schrittweise an andere Werke zu verlagern. Spätestens Ende 2028 soll dort endgültig Schluss sein. Betroffen sind rund 600 Mitarbeiter, davon allein 400 in der Produktion.

Das traditionsreiche Familienunternehmen, gegründet 1941, zählt zu den wichtigsten Herstellern von Filtersystemen für die Autoindustrie und den Maschinenbau. Doch genau diese Branchen stecken seit Längerem in massiven Schwierigkeiten. Hohe Energiepreise, steigende Arbeitskosten, unsichere Märkte und internationale Handelskonflikte setzen Unternehmen wie MANN+HUMMEL zunehmend unter Druck.

Standort Speyer vor dem Aus – Konzern spricht von Strategie

Offiziell bezeichnet der Konzern die geplante Schließung nicht als Sparmaßnahme, sondern als Teil einer „strategischen Weiterentwicklung des europäischen Produktionsnetzwerks“. Das Werk in Speyer habe über viele Jahre zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, die Leistung der Mitarbeiter verdiene „größten Respekt“, heißt es. Für die Beschäftigten dürfte das allerdings kaum Trost sein. Denn unabhängig von den warmen Worten bleibt die bittere Realität: Ihr Arbeitsplatz steht auf der Kippe. Der Standort Speyer ist seit 1992 Stammsitz des Geschäftsbereichs Industriefilter und seit Jahrzehnten ein wichtiger Arbeitgeber in der Region. Dass nun ausgerechnet dieser Standort geopfert werden soll, sorgt für große Verunsicherung.

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Immerhin kündigte das Unternehmen an, rasch Gespräche mit dem Betriebsrat aufzunehmen. Dabei soll über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan verhandelt werden. Ziel sei es, sozialverträgliche Lösungen für die Betroffenen zu finden. Auch im Rathaus ist die Sorge groß. Speyers Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler fand deutliche Worte: Die Nachricht sei „ein harter Schlag für Speyer“. MANN+HUMMEL ist seit über siebzig Jahren Teil des Industriestandorts Speyer. Nun droht einer traditionsreichen Ära das Ende. Während der Konzern 2024 mit weltweit 21.200 Mitarbeitern noch 4,5 Milliarden Euro Umsatz machte, bangen in Speyer hunderte Menschen um ihre Zukunft.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, MANN+HUMMEL)