Aus: Maschinenbauer streicht 1300 Stellen in Baden-Württemberg

Eine Fabrikhalle, die der Produktion von E-Autos dient. Die silbernen Stromer sind in der Fabrik hintereinander auf dem Laufband aufgereiht. Roboter und Arbeiter fertigen gemeinsam die Elektroautos.
Symbolbild © imago/Panama Pictures

Ein Automatisierungsspezialist will zahlreiche Stellen in Baden-Württemberg streichen. Die Gewerkschaft spricht von einem schweren Schlag für die gesamte Wirtschaftsregion – und warnt vor den Folgen der anhaltenden Industriekrise.

Die Krise in der deutschen Industrie trifft jetzt auch einen der bekanntesten Technologiekonzerne aus Baden-Württemberg – und Tausende Beschäftigte bangen um ihre Zukunft.

Sparhammer trifft Traditionsunternehmen

Lange galt das Familienunternehmen Festo als Vorzeige-Arbeitgeber im Südwesten. Doch nun sorgt der Spezialist für Automatisierungs- und Steuerungstechnik mit drastischen Sparplänen für Aufsehen. Der Konzern mit Stammsitz in Esslingen am Neckar will in Deutschland rund 1.300 Stellen abbauen. Auch im Ausland sollen Jobs wegfallen. Die Nachricht kam für viele Beschäftigte dabei völlig überraschend. Besonders hart reagierte die Gewerkschaft IG Metall. „Das hat uns und die Beschäftigten eiskalt erwischt“, erklärte Max Czipf von der IG Metall Esslingen. Das Ausmaß der Maßnahmen bereite große Sorgen für die gesamte Wirtschaftsregion.

Festo begründet den drastischen Schritt mit einer angespannten Weltlage, denn wachsende Konkurrenz aus Asien, geopolitische Krisen und die schwache Wirtschaft setzen dem Unternehmen massiv zu. Deshalb startet der Konzern nun ein weltweites Transformationsprogramm. Ziel: mehr Effizienz, geringere Kosten und neues Wachstum. Weltweit will Festo jährlich rund 200 Millionen Euro einsparen. Ganze Standorte in Deutschland sollen nicht geschlossen werden, doch die internen Strukturen sollen deutlich verschlankt werden. Gemeinsam mit dem Betriebsrat will das Unternehmen nun beraten, wie der Stellenabbau möglichst sozialverträglich umgesetzt werden kann.

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Deutsche Industrie steckt tief in der Krise

Die deutsche Industrie steckt weiter in einer schweren Krise. Im Jahr 2025 wurden bundesweit mehr als 120.000 Stellen gestrichen – ein Viertel davon allein in Baden-Württemberg. Experten rechnen auch 2026 nicht mit einer schnellen Erholung. Das ifo Beschäftigungsbarometer fiel zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Laut ifo-Experte Klaus Wohlrabe wirkt sich die geopolitische Unsicherheit inzwischen massiv auf die Personalplanung der Unternehmen aus. „Es werden mehr Arbeitsplätze ab- als aufgebaut“, warnte er.

Auch bei Festo zeigen die Zahlen die schwierige Lage deutlich. Der Umsatz sank 2025 um 3,7 Prozent auf rund 3,33 Milliarden Euro. Bereits zum dritten Mal in Folge musste das Unternehmen einen Rückgang hinnehmen. Dabei gilt Festo eigentlich als Zukunftsunternehmen. Die Produkte des Konzerns kommen unter anderem in der Auto-, Lebensmittel- und Medizintechnik zum Einsatz. Neben Drucklufttechnik entwickelt Festo zunehmend Software-, KI- und sogar Bioreaktor-Lösungen für nachhaltige Industrieprozesse.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Stuttgarter Zeitung)