Ausflugsziele: Schwarzwald lockt mit spektakulären Klettersteigen

Eine Person beim Klettern an einer steilen Felswand in einer felsigen Berglandschaft. Sie trägt einen weißen Kletterhelm, einen großen Rucksack sowie einen Klettergurt mit Karabinern und weiterem Sicherungsmaterial.
Symbolbild © istockphoto/DieterMeyrl

Der Schwarzwald lockt mit spektakulären Klettersteigen, schmalen Graten und überraschend alpinem Feeling mitten im Südwesten – perfekt für alle, die Natur und Nervenkitzel miteinander verbinden wollen.

Zwischen moosgrünen Felsen, schmalen Graten und plötzlichen Tiefblicken warten im Schwarzwald Abenteuer, die näher sind, als viele denken – und überraschend wild.

Der Klassiker mit Kribbeln: Karlsruher Grat

Zwischen dunklen Tannenwäldern und felsigen Höhenlinien verstecken sich im Südwesten echte Adrenalinpfade, die längst kein Geheimtipp mehr sind. Besonders der Schwarzwald zieht dabei immer mehr Outdoor-Fans an. Er ist so etwas wie der heimliche Star unter den Klettersteigen im Südwesten: der Karlsruher Grat. Schmale Felsbänder, ausgesetzte Passagen und der direkte Kontakt zum Fels machen die Tour zu einem Erlebnis, das zwischen Wanderung und echtem Klettersteig liegt.

Doch genau hier zeigt sich auch, warum Klettersteige so ernst genommen werden müssen. Anders als bei den meisten anderen Bergsportarten stieg die Zahl an Notlagen und Unfällen beim Klettersteiggehen 2020 an. Trotzdem entfallen bei 920 Bergunfällen im Jahr 2020 lediglich 69, also 7,5 Prozent, auf das Klettersteiggehen, wie die DAV-Bergunfallstatistik zeigt. Die Quote der tödlichen Unfälle ist dabei nur minimal höher: Mit drei von 28 Toten verunglückten beim Klettersteiggehen knapp 11 Prozent. Die Hauptprobleme entstehen durch Überforderung. Viele Notfälle passieren, weil Menschen in sogenannten Blockierungen feststecken – sie können weder vor noch zurück. Weitere Unfälle gehen auf Stürze zurück. Vor allem Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Genau deshalb sind gute Tourenplanung und ehrliche Selbsteinschätzung entscheidend.

Lesen Sie auch
Neue Hitzefrei-Maßnahme gilt in Schulen in Baden-Württemberg

Zwischen See-Idylle und Stahlseil: Klettersteig am Schluchsee

Etwas entspannter, aber nicht weniger reizvoll, zeigt sich der Klettersteig am Schluchsee. Hier trifft Drahtseil-Action auf Urlaubsstimmung: Wasser glitzert im Tal, während oben die Route über Felsen und gesicherte Passagen führt. Perfekt für alle, die Abenteuer und Aussicht kombinieren wollen.

Trotzdem gilt auch hier: Klettersteiggehen ist kein Spaziergang. Auch wenn das Risikopotenzial nicht besonders hoch ist – statistisch gerät eine Person nur etwa einmal in 50.000 Tourentagen in eine Notsituation –, bleibt das Gelände anspruchsvoll. Orientierung bietet oft die Schwierigkeitsskala von A bis G, die sogenannte Schall-Skala. Sie hilft bei der  Einschätzung der Route. Zum Vergleich: Der Karola-Steig an der Jakobswand im Odenwald gilt in Deutschland mit Schwierigkeit F als der härteste. Der weltweit schwierigste Steig, die Ferrate Extraplomix auf Gran Canaria, wird sogar mit G bewertet.

(Quellen: AllTrails, via-ferrata.de, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)