Ausverkauf: Kult-Elektronikkette muss weitere Filialen schließen

Auf dem Bild ist die Verkaufsfläche eines Elektrofachhandels abgebildet. Mehrere Geräte sind in Reihen übereinandergestapelt. Über den Gängen hängen blaue Schilder. Eine Kult-Elektronikkette muss jetzt mehrere Filialen schließen.
Symbolbild © imago/ Manfred Segerer

Eine bekannte Kult-Elektronikkette steht vor einem radikalen Schnitt, denn sie möchte immer mehr Filialen in deutschen Innenstädten schließen. Somit läuft jetzt der Countdown für den Ausverkauf.

Die Filialen einer echten Kult-Elektronikkette werden immer weniger. Deutschlands Innenstädte verlieren einen vertrauten Anker, während sich die Regale weiter leeren.

Abschied nach Jahrzehnten: Kultmarke verliert ihre Heimat in den Innenstädten

Die Preisschilder zeigen Rot, und für viele Kunden heißt es: schnell zuschlagen, bevor es zu spät ist! In deutschen Innenstädten steht eine Kult-Elektronikkette vor einem massiven Umbruch, denn hier verschwinden weiterhin Filialen. Die Marke, die sich hinter den Schließungen verbirgt, ist keine andere als Saturn. Wie sich jetzt zeigt, ist das aktuelle Ausverkaufs-Finale kein saisonales Phänomen, sondern das endgültige Aus! Bis Ende 2025 wird die Zahl der Saturn-Märkte in Deutschland auf unter 60 schrumpfen – ein dramatischer Rückzug für den einstigen Giganten.

Allein in diesem Jahr wurden bereits rund 30 Standorte dichtgemacht oder in Filialen des Schwesterunternehmens MediaMarkt umgewandelt. Besonders betroffen sind dabei traditionsreiche Häuser wie der Saturn am Kölner Hansaring oder an der Hamburger Mönckebergstraße, die bereits Geschichte sind. Erst kündigte der letzte Saturn im baden-württembergischen Ludwigsburg an, zum Jahresende die Lichter auszuschalten. Die Begründung des Konzerns klingt nüchtern: Es handele sich um eine „standortbedingte Einzelfallentscheidung“. Tatsächlich fällt auf: Oft gibt es nur wenige Minuten entfernt bereits einen MediaMarkt – so wie in Ludwigsburg, wo der Saturn im Marstall Center schließt und Kunden zum MediaMarkt im Breuningerland geschickt werden.

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Leere Regale, traurige Mitarbeiter: Eine Ära endet – und es lässt sich nicht verhindern

Und die Welle der Umwandlungen reißt nicht ab. In Berlin-Spandau, im Siegerländer Siegen und im fränkischen Ansbach feierten gerade erst umgebaute MediaMärkte ihre Neueröffnung – an exakt den Standorten, wo früher Saturn stand. Für die Beschäftigten der Kult-Elektronikkette bedeuten die gestrichenen Filialen eine ungewisse Zukunft. Eine Unternehmenssprecherin versichert zwar, man arbeite an Lösungen für „möglichst viele Mitarbeiter“. Doch ob alle im Konzern einen neuen Platz finden, bleibt offen.

Trotz des massiven Rückzugs soll die Marke aber wohl noch mindestens fünf Jahre weiterleben. Insider rechnen allerdings damit, dass das Filialnetz bis 2026 noch einmal halbiert werden könnte.

Eines ist schon jetzt klar: Das Gesicht unserer Innenstädte verändert sich – und ein Stück deutscher Einkaufskultur verschwindet still und leise, während anderswo die Regale des großen Bruders MediaMarkt voll bleiben.

(Quellen: dpa, Saturn)