Auto-Riese aus BW schließt Werk – Hunderte Jobs weg

Ein Mann in Arbeitskleidung vor einem Mikrofon. Er trägt einen auffälligen roten Schal. Im Hintergrund sind das ZF-Logo, ein großes Banner mit Flammenmotiv und ein Industriegebäude zu sehen.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Der Sparkurs trifft den Auto-Riesen aus Baden-Württemberg hart: Ein weiterer Standort steht vor dem Aus und Hunderte Jobs fallen weg. Für die Beschäftigten beginnt eine ungewisse Zukunft.

Für die Mitarbeiter kommt die Nachricht vollkommen überraschend: Ein Standort des Auto-Riesen aus Baden-Württemberg steht vor dem Aus. Mehr als 300 Jobs sind bedroht.

Nächster Standort vor dem Aus

Für ZF Friedrichshafen wird die Lage immer brenzliger. Der Autozulieferer aus Friedrichshafen kämpft mit hoher Verschuldung, schwacher Nachfrage und einem schwierigen Marktumfeld. Jetzt droht einem weiteren Standort das Aus. Dieses Mal trifft es allerdings nicht das Heimatland des Konzerns. Das ZF-Werk im österreichischen Lebring soll Ende 2027 geschlossen werden.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit geringeren Produktionsvolumina, einer schwachen Nachfrage sowie geopolitischen und handelspolitischen Unsicherheiten. Die Produktion in Lebring soll demnach geordnet beendet werden und der Betrieb am 31. Dezember 2027 endgültig schließen. Für die Beschäftigten ist das ein harter Schlag, denn mehr als 300 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Die Produktion soll künftig nach Polen und in die Slowakei verlagert werden.

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Einst wichtiger Standort – jetzt das Aus

Dabei hat der Standort eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. ZF gründete das Werk in Lebring im Jahr 2002 zunächst als reines Achsmontagewerk. Im Laufe der Jahre wurde daraus laut Konzern ein moderner Mechatronikstandort mit umfangreicher Produkt-, System- und Entwicklungskompetenz. Nun steht die Zukunft des Werks dennoch vor dem Aus.

Der Kahlschlag in der Branche kommt dabei nicht von ungefähr. Die deutsche Autoindustrie verliert derzeit massiv Beschäftigung. Im ersten Halbjahr 2026 waren hierzulande nur noch rund 691.500 Menschen in der Branche beschäftigt – so wenige wie seit 2005 nicht mehr. Gegenüber dem Vorjahr gingen 42.300 Stellen verloren. Vor allem der Wechsel zum Elektroantrieb setzt die traditionelle Zulieferindustrie unter Druck, denn Elektromotoren und Batterien benötigen weniger komplexe mechanische Komponenten als Verbrenner. Laut der Fraunhofer-Studie ELAB 2.0 könnten allein bei der Fertigung von Antriebssträngen unterm Strich rund 75.000 Jobs wegfallen. Neue Stellen – etwa in Batterieproduktion und Leistungselektronik – sind dabei bereits gegengerechnet.

(Quellen: ZF Friedrichshafen, ZF-Geschäftsbericht)