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Ein weiteres Unternehmen kehrt Baden-Württemberg nun wohl den Rücken. Derzeit verlagert ein Autozulieferer die Produktion und schlägt seine Zelte woanders auf. Diese Entscheidung wirft einige Fragen auf.
Offenbar verabschiedet sich ein weiteres Unternehmen aus Baden-Württemberg. Ein Autozulieferer verlagert die Produktion an einen anderen Standort. Die Fragen zu den Hintergründen und möglichen Folgen sorgen für große Aufmerksamkeit.
Entwicklung und Produktion vieler Komponenten
Autozulieferer zählen zu den wichtigsten Säulen der Automobilindustrie. Denn sie entwickeln und produzieren eine Vielzahl von Komponenten, die sowohl von Motor- und Getriebeteilen über elektronische Systeme bis hin zu Sicherheits- und Komfortausstattungen reichen. Ohne ihre Technologien und Innovationen wäre die Herstellung moderner Fahrzeuge daher kaum möglich. Darüber hinaus sind sie bedeutende Arbeitgeber und tragen somit wesentlich zur wirtschaftlichen Stärke vieler Regionen bei. Gleichzeitig zwingen die Transformation hin zur Elektromobilität, steigende Energie- und Produktionskosten sowie der internationale Wettbewerb jedoch zahlreiche Unternehmen dazu, ihre Strategien anzupassen. Infolgedessen gewinnen Standortentscheidungen zunehmend an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund verlagert ein Autozulieferer nun wohl seine Produktion.
Schaffung günstiger Produktionsbedingungen
Die Kaco GmbH & Co. KG mit Sitz in Kirchardt gehört zu den traditionsreichen deutschen Autozulieferern und wurde bereits im Jahr 1914 gegründet. Aus einem kleinen Produktionsbetrieb entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte schließlich ein international tätiges Unternehmen. Heute ist Kaco mit seinen mehr als 2.000 Mitarbeitern insbesondere auf die Entwicklung sowie Herstellung von Dichtungs- und Fluidmanagementsystemen für die Automobilindustrie spezialisiert. Außerdem ist das Unternehmen mit insgesamt sechs Produktionsstandorten in Deutschland, Österreich, Ungarn, China und den USA international vertreten. Von diesen Werken aus beliefert Kaco Kunden auf der ganzen Welt mit seinen Produkten.
Aufgrund steigender Kosten und des internationalen Wettbewerbs wurden jedoch bereits mehr als 150 Arbeitsplätze abgebaut und zudem Teile der Produktion nach Ungarn verlagert, wo niedrigere Arbeitslöhne günstigere Produktionsbedingungen ermöglichen. Gleichzeitig plant das Unternehmen, den Arbeitgeberverband Südwestmetall bis Ende August 2026 zu verlassen und anschließend in Absprache mit den Arbeitnehmervertretern einen eigenen Haustarifvertrag abzuschließen. Trotz der Produktionsverlagerung sollen die Forschung und Entwicklung jedoch weiterhin in Baden-Württemberg bleiben. Damit verfolgt Kaco einerseits das Ziel, seine Innovationskraft in Deutschland zu stärken, und andererseits, den Standort langfristig als Entwicklungszentrum zu sichern.
(Quellen: KACO GmbH + Co. KG, Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)














