
Damit hätte in Baden-Württemberg wohl niemand gerechnet. Ein großes Werk eines beheimateten Konzerns schließt und Hunderte Jobs fallen weg. Die Schließung betrifft jedoch nicht das Bundesland selbst.
Ein großes Werk eines Konzerns aus Baden-Württemberg schließt, sodass Hunderte Jobs wegfallen. Für die betroffenen Beschäftigten, ihre Familien und die gesamte Region bedeutet das einen tiefen Einschnitt mit weitreichenden wirtschaftlichen Folgen. Betroffen ist jedoch kein Standort in Baden-Württemberg selbst.
Zählt zu den wirtschaftsstärksten Bundesländern
Baden-Württemberg zählt zu den wirtschaftsstärksten Bundesländern Deutschlands und ist international für seine leistungsfähige Industrie bekannt. Besonders der Automobilbau, der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Elektro- und Medizintechnik prägen den Wirtschaftsstandort. Neben weltweit bekannten Konzernen sorgen zahlreiche mittelständische Unternehmen und Familienbetriebe für Innovation, Beschäftigung und Exporterfolge.
Gleichzeitig stehen viele Betriebe derzeit vor großen Herausforderungen. Neben ansteigenden Energie- und Rohstoffkosten verlangen auch der Fachkräftemangel sowie die Umstellung hin zu klimafreundlichen Technologien und die Digitalisierung den Unternehmen einiges ab. Nicht alle können diesem ständigen Kampf standhalten und so schließt nun ein großes Werk, womit auch Hunderte Jobs wegfallen.
Umfangreiche Sparmaßnahmen und strukturelle Anpassungen
Zu den größten Automobilzulieferern der Welt gehört das Unternehmen ZF Friedrichshafen, das seinen Hauptsitz in Friedrichshafen am Bodensee hat. Das Unternehmen wurde 1915 als „Zahnradfabrik Friedrichshafen“ gegründet, um Getriebe und Zahnräder für die Luftfahrt herzustellen. Aus dem ursprünglichen Hersteller von Antriebskomponenten entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein international tätiger Technologiekonzern für die Mobilitätsbranche. Heute entwickelt und produziert ZF Antriebs- und Fahrwerkstechnik, Getriebe, Lenksysteme sowie Lösungen für die Elektromobilität und autonomes Fahren. Zu den Kunden zählen zahlreiche internationale Automobilhersteller sowie Unternehmen aus der Nutzfahrzeug- und Industrietechnik.
Bereits seit Längerem befindet sich der Konzern allerdings in einem tiefgreifenden Transformationsprozess. Hohe Schulden, der Wandel der Automobilindustrie sowie der zunehmende Wettbewerbsdruck erfordern umfangreiche Sparmaßnahmen und strukturelle Anpassungen. In den vergangenen Jahren hat ZF schon mehrere Standorte auf den Prüfstand gestellt und verschiedene Einschnitte angekündigt. Nun plant das Unternehmen die Schließung seines Standorts im österreichischen Lebring bis Ende 2027. Von der geplanten Einstellung der Produktion sind mehr als 300 Arbeitsplätze betroffen. Nach Einschätzung des Unternehmens verfügt dieser Standort unter den aktuellen Rahmenbedingungen wohl über keine langfristige tragfähige wirtschaftliche Perspektive. Es sind jedoch Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern geplant, um Maßnahmen für die betroffenen Beschäftigten zu entwickeln und die Auswirkungen der Schließung möglichst abzufedern.
(Quellen: ZF Friedrichshafen, Betriebsrat ZF Lebring, Arbeiterkammer Steiermark)














