Baden-Württemberg investiert Millionen in Mega-Batterieprojekt

Viele Solarmodule und drei Windräder stehen auf einem Feld an der Küste und erzeugen erneuerbare Energie. Der Himmel ist blau und es sind ein paar Wolken zu sehen.
Symbolbild © istockphoto/imacoconut

Die Energiewende geht voran: Baden-Württemberg investiert jetzt Millionen in den Ausbau eines neuen Standorts. Für die Branche ist der Bau ein großer Schritt in die richtige Richtung.

Baden-Württemberg investiert jetzt tatsächlich Millionen in ein riesiges Batterieprojekt, welches schon im kommenden Jahr umgesetzt wird. Dabei ist vor allem die Finanzierungsplanung eine große Überraschung.

Ein großer Schritt Richtung Zukunft mit 800 Megawattstunden

Deutschland will die eigene Energieversorgung grundlegend umstellen. Weg von fossilen und hin zu erneuerbaren Energien soll es gehen, um das Klima zu schützen. Neben dem Ausbau der Kapazitäten für Wind- und Solarenergie wollen die Experten dabei auch einen Fokus auf Energiespeicher setzen, um Schwankungen auszugleichen. In diesem Zuge plant der Energieversorger EnBW mit seinen rund 30.000 Mitarbeitern ein Mammut-Projekt, bei dem Baden-Württemberg Millionen investiert.

Konkret handelt es sich dabei um den riesigen Energiepark Philippsburg, welcher den Wandel der Energieversorgung hierzulande ein ganzes Stück weit vorantreiben soll. In 2026 will das Unternehmen hier eine der größten Speicherbatterien des Landes mit einer Leistung von unglaublichen 400 Megawatt und einer Speicherkapazität von 800 Megawattstunden bauen.

Lesen Sie auch
165 Jahre: Traditionsbetrieb aus Baden-Württemberg macht dicht

Das Unternehmen will keine Hilfe bei der Umsetzung

Baden-Württemberg nimmt dabei Millionen in die Hand, um in Zukunft bis zu 100.000 Haushalte mit der in der Riesenbatterie gespeicherten Energie zu versorgen. Das Ländle wird damit ein Stück weit unabhängiger von der jeweiligen Wettersituation und der davon abhängigen Energiegewinnung. Für die Finanzierung hat die EnBW allerdings einen ungewöhnlichen Plan. Denn tatsächlich sind keine staatlichen Zuschüsse für den Standort Philippsburg, an dem derzeit zwei Atomkraftwerke zurückgebaut werden, geplant.

Stattdessen will das Unternehmen das Großprojekt durch das Angebot netzdienstlicher Leistungen sowie Erlöse aus der Stromvermarktung umsetzen. Wenn dann alles gut läuft, will der Konzern seinen neuen Speicher bereits Ende 2027 in Betrieb nehmen. Was die genauen Kosten angeht, halten sich die Verantwortlichen stand heute jedoch bedeckt. Bislang ist lediglich bekannt, dass es sich um einen niedrigen bis mittleren dreistelligen Millionenbetrag handeln soll. Jetzt bleibt zu hoffen, dass das Projekt planmäßig verläuft, immerhin gewinnt Baden-Württemberg damit eine gute Ergänzung zu den wasserstofffähigen Gaskraftwerken.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Fraunhofer ISE, RWTH Aachen, EnBW)