Baden-württembergischer Großkonzern will 2.600 Stellen abbauen

Ein Konzern mit Arbeitern. Zwei Arbeiter stehen in einem langen und breiten Gang in einer großen Werkshalle, in der viele Produkte gelagert sind. Links und Rechts von ihnen sind Maschinen, Flure und Waren zu sehen, die im hell erleuchteten Saal stehen.
Symbolbild © istockphoto/industryview

Der Wirtschaftsstandort Deutschland bröckelt in den letzten Jahren immer mehr. Nun will ein baden-württembergischer Großkonzern Tausende Stellen abbauen. Doch das läuft nicht so ab wie ursprünglich geplant.

Dass viele Unternehmen in Deutschland und Europa derzeit in die Insolvenz rutschen, ist leider inzwischen keine Seltenheit mehr. Doch dass nun ein baden-württembergischer Großkonzern nicht nur Hunderte, sondern Tausende Stellen auf einmal abbauen will, ist schon bitter.

Viel mehr Abgänge als geplant

SAP hatte ursprünglich angekündigt, in Deutschland rund 2.600 Arbeitsplätze abzubauen. Die Realität sieht jedoch anders aus: Viel mehr Mitarbeiter haben sich bereits für die angebotenen Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme registriert. Die Betriebsratsvorsitzende Eberhard Schick bestätigt, dass viele Mitarbeiter begeistert von den großzügigen Abfindungen seien und die Möglichkeit nutzen wollten, das Unternehmen zu verlassen.

Der Reiz der Abfindungsprogramme liegt in den hohen Summen, die SAP seinen Mitarbeitern bietet. Mit rund 1,5 Monatsgehältern pro Betriebsjahr sind die Abfindungen äußerst lukrativ. Besonders langjährige Mitarbeiter können von diesen Angeboten profitieren. Inzwischen haben sich mehr als doppelt so viele Mitarbeiter wie ursprünglich geplant für die Programme angemeldet, was die Attraktivität der Angebote unterstreicht.

Lesen Sie auch
Durchgesickert: Neues Schulsystem in Baden-Württemberg geplant

SAP im Sog der Restrukturierung und Mitarbeiter-Kündigungen

Im Januar kündigte der Softwarekonzern SAP ein umfassendes Restrukturierungsprogramm an, das weltweit Tausende Arbeitsplätze kosten soll. Der Plan, das Unternehmen auf künstliche Intelligenz und das Cloud-Geschäft auszurichten, bringt dabei weitreichende Veränderungen mit sich. Besonders in Deutschland, dem Heimatland von SAP, zeigt sich die große Anziehungskraft der angebotenen Abfindungen. Mehr Mitarbeiter als erwartet wollen das Unternehmen freiwillig verlassen.

SAP strebt indessen an, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Die hohe Zahl der Freiwilligen könnte es dem Unternehmen ermöglichen, dieses Ziel zu erreichen. Ein Sprecher von SAP bestätigte das hohe Interesse an den Programmen, betonte jedoch, dass nicht alle Interessenten eine Abfindung erhalten würden. Da müssten einige Mitarbeiter dann doch unerwarteterweise länger beim Unternehmen bleiben als gedacht. Denn das badische Unternehmen behält sich vor, Anträge abzulehnen, um den Verlust von Fachkräften zu vermeiden und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Verständlich, denn diese sind 2024 in Deutschland ein seltenes Gut, das zu erhalten sich lohnt.