
Eine Kult-Firma aus Baden-Württemberg stand plötzlich vor dem Aus: Nach der Insolvenz schien die Zukunft ungewiss. Doch nun gibt es eine überraschende Rettung – und Hoffnung für die rund fünfzig Beschäftigten.
Ein Traditionsbetrieb aus Baden-Württemberg stand plötzlich vor dem Aus. Doch jetzt gibt es gute Nachrichten: Nach der Insolvenz beginnt für die Kult-Firma ein neues Kapitel.
Traditionsfirma mit über 170 Jahren Geschichte
In Hettingen im Kreis Sigmaringen atmen viele Gebäude Industriegeschichte – und mittendrin steht ein Unternehmen, das diese Geschichte seit Generationen mitgeschrieben hat. Die Franz Ott Metallwarenfabrik GmbH ist für viele in der Region weit mehr als nur ein Betrieb: Sie ist ein Stück Heimat. Bereits im Jahr 1850 wurde im Hettinger Stadtteil Inneringen erstmals eine Schlosserei Ott erwähnt. Aus dieser kleinen Werkstatt entwickelte sich über Jahrzehnte hinweg ein Metallbetrieb, der sich immer wieder neu erfand.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Franz Ott schließlich 1947 die heutige Franz Ott Metallwarenfabrik in Hettingen. Von dort aus entwickelte sich das Unternehmen zu einem wichtigen Zulieferer für Metallteile – insbesondere in der Blechbearbeitung. Über Generationen hinweg produzierte man hier Bauteile, die in verschiedensten Maschinen und Anlagen zum Einsatz kamen. Doch Anfang dieses Jahres geriet der traditionsreiche Betrieb plötzlich in schwere Turbulenzen.
Insolvenz – und dann die überraschende Rettung
Im Januar musste die Franz Ott Metallwarenfabrik Insolvenz anmelden. Der Grund lag nicht etwa in eigener Misswirtschaft, sondern in einer folgenschweren Kettenreaktion in der Industrie. Der größte Kunde des Unternehmens, der Strickmaschinenbauer Stoll aus Reutlingen, wurde von seiner Muttergesellschaft Karl Mayer Gruppe geschlossen. Nachdem der wichtige Auftraggeber weggebrochen war, geriet auch der Metallbetrieb aus Hettingen ins Wanken.
Am 31. März eröffnete das Amtsgericht Hechingen offiziell das Insolvenzverfahren und bestellte den Überlinger Rechtsanwalt Florian Götz zum Insolvenzverwalter. Doch der hatte eine Lösung parat. Zum 1. April wurde das Traditionsunternehmen von der deutsch-französischen Investmentgesellschaft NAME & MAWI Partners S.A.S. (NWP) übernommen. Die Gruppe hat ihren Sitz in Straßburg sowie in Weil der Stadt in Baden-Württemberg und ist bereits an mehreren Industrieunternehmen beteiligt. Insgesamt gehören zur deutsch-französischen Unternehmensgruppe derzeit elf Firmen mit rund 550 Mitarbeitern. Besonders wichtig für die Region: Alle rund fünfzig Arbeitsplätze in Hettingen bleiben erhalten. Laut NWP-Chef Meksavanh möchte man den Standort künftig sogar weiter ausbauen. Damit bekommt die mehr als 170 Jahre alte Firmengeschichte eine neue Zukunft.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Schwäbische Zeitung, Insolvenzbekanntmachungen)














