Bodensee-Gastronomie wird teurer: Schnitzelpreise steigen weiter

Zwei Schnitzel mit einer halben Zitrone auf einem weißen Teller in einem Biergarten. Im Hintergrund zwei Biere und ein weiterer Teller mit Essen. Ein Gast sitzt am Tisch.
Symbolbild © imago/Manfred Segerer

Ein Schnitzel mit Pommes und Salat für knapp 30 Euro: Was am Bodensee noch vor wenigen Jahren eine Ausnahme war, ist inzwischen in vielen Restaurants zur Normalität geworden. Gerade in den bei Touristen beliebten Orten rund um den Bodensee steigen die Preise in der Gastronomie weiter an.

Besonders klassische Gerichte wie Schnitzel, Rostbraten oder Fischgerichte sind inzwischen deutlich teurer als noch vor der Corona-Zeit. Viele Gäste reagieren überrascht, manche inzwischen auch verärgert.

Keine Entlastung in Sicht: Bodensee-Gastronomie wird teurer

Dabei hatte es zu Jahresbeginn eigentlich Hoffnungen auf Entlastung gegeben. Seit Januar 2026 gilt in der Gastronomie wieder der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen. Viele Verbraucher rechneten deshalb mit sinkenden Preisen auf den Speisekarten. Genau das passiert jedoch kaum. Bundesweite Auswertungen zeigen inzwischen sogar, dass zahlreiche Restaurants ihre Preise trotz der Steuersenkung erhöht oder zumindest nicht gesenkt haben.

Am Bodensee kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die Region gehört zu den teuersten Gastro-Standorten im Süden Deutschlands. Hohe Pachten in touristischen Lagen, steigende Energiekosten, teure Lebensmittel und deutlich höhere Personalkosten setzen viele Betriebe massiv unter Druck. Gerade Schnitzelgerichte gelten dabei inzwischen als Beispiel für die allgemeine Preisentwicklung. Was früher häufig zwischen 14 und 18 Euro kostete, liegt heute vielerorts deutlich darüber, insbesondere in direkter Seelage oder in stark frequentierten Touristenorten.

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Gastronomen bleibt keine andere Wahl: Schnitzelpreise steigen weiter

Gastronomen argumentieren allerdings, dass höhere Preise nicht automatisch zu höheren Gewinnen führen. Viele Betriebe kämpfen noch immer mit den Folgen der vergangenen Jahre. Seit 2019 haben sich Lebensmittel stark verteuert, während der Mindestlohn und die Betriebskosten weiter angestiegen sind. Laut Branchenverbänden bleibt deshalb oft kaum Spielraum, um die Preise tatsächlich wieder zu senken. Besonders spürbar wird diese Entwicklung inzwischen für Familien. Ein klassischer Restaurantbesuch mit Getränken und mehreren Hauptgerichten kostet am Bodensee schnell deutlich über 100 Euro.

Die Gastronomie selbst steckt dabei in einem schwierigen Spagat. Einerseits wollen Restaurants Gäste nicht mit immer höheren Preisen abschrecken, andererseits steigen die laufenden Kosten fast in allen Bereichen weiter an. Viele Wirte sehen die reduzierte Mehrwertsteuer deshalb nicht als Möglichkeit, Gerichte günstiger anzubieten, sondern als notwendige Hilfe, um wirtschaftlich stabil zu bleiben.

(Quellen: Gastro-Kritiker, Restaurants am Bodensee, Tourismusregion Bodensee, dpa)