
Die Entscheidung sorgt für große Aufregung: Eine Bosch-Tochter will ein Traditionswerk schließen – und damit stehen 1.200 Jobs in Baden-Württemberg auf dem Spiel. Trotz Protesten hält das Unternehmen an seinen Plänen fest.
Ein Traditionsstandort, schwarze Zahlen – und trotzdem droht das Aus. In Baden-Württemberg bangen 1.200 Beschäftigte um ihre Zukunft. Die Entscheidung sorgt für Wut und Entsetzen.
Traditionswerk vor dem Aus
Ein Werk mit über 140 Jahren Geschichte steht vor dem Ende – und für rund 1.200 Beschäftigte bedeutet das eine dramatische Perspektive. Die Bosch-Tochter BSH Hausgeräte hält an ihrem Plan fest, den Neff-Standort im baden-württembergischen Bretten Anfang 2028 zu schließen. Die Nachricht hat in der Region einen Schock ausgelöst. Beschäftigte und Gewerkschaften reagierten mit Protesten und großer Sorge um die Zukunft der Arbeitsplätze. Lange keimte sogar Hoffnung auf, dass die Fabrik doch noch gerettet werden könnte. Der Grund: Das Werk gilt als profitabel und hat innerhalb des Produktionsnetzwerks einen guten Ruf. Arbeitnehmervertreter sahen darin eine solide Basis für Verhandlungen. Doch diese Hoffnungen wurden nun gedämpft. Bei der Vorstellung der Jahresbilanz machte BSH-Chef Matthias Metz klar, dass das Management an der Entscheidung festhält.
Der Grund für die geplante Schließung liegt vor allem im Strukturwandel der Branche. In Bretten werden vor allem Dunstabzugshauben produziert. Doch genau dieses Produkt verliert zunehmend an Bedeutung. Immer mehr moderne Küchen setzen auf Kochfelder mit integriertem Abzugssystem, wodurch klassische Dunstabzugshauben weniger gefragt sind. Gleichzeitig wächst der Konkurrenzdruck international. BSH spricht deshalb von einer strukturellen Unterauslastung im Fabriknetzwerk. Nach einer Analyse der Geschäftslage habe man sich daher entschieden, einzelne Werke zu schließen – darunter auch Bretten.
Wachstum anderswo – Europa bleibt zurück
Ironischerweise kommt die Entscheidung in einem Jahr, in dem sich die Hausgerätesparte durchaus stabil zeigt. Besonders gut liefen die Geschäfte in Nordamerika, Europa und den Emerging Markets. Doch das Wachstum soll künftig vor allem aus den USA, China und Schwellenländern kommen. Europa bleibe zwar ein wichtiger Absatzmarkt – große Wachstumssprünge erwarte das Unternehmen hier jedoch nicht mehr.
Neben Bretten stehen deshalb auch weitere Standorte vor dem Aus: etwa ein Waschmaschinenwerk in Nauen (Brandenburg), eine Backofenfabrik in Tennessee (USA) sowie ein Werk in Esquíroz (Spanien).
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, BSH)














