BW greift durch – Vereinen drohen 100.000 Euro Strafe

Link Reader benutzt Der Karlsruher Sport-Club Mühlburg-Phönix e. V., allgemein bekannt als Karlsruher SC oder KSC, ist der größte Sportverein der Stadt Karlsruhe. Er hat eine reiche Geschichte im deutschen Fußball und ist ein bedeutender Akteur in der Sportlandschaft der Stadt.
Symbolbild © istockphoto/jacoblund

Nach den wilden Szenen beim Pokal-Derby zieht Baden-Württemberg die Konsequenzen. Für die Vereine wird es jetzt ernst: Es drohen 100.000 Euro Strafe bei Verstößen gegen neue Sicherheitsregeln.

Nach der Eskalation beim Südwest-Derby zieht Baden-Württemberg die Konsequenzen. Auf die Fußballklubs kommen neue Regeln zu – und im Ernstfall eine saftige Strafe.

Kontrollen, Kameras, Pyro: Das wird jetzt Pflicht

Die Bilder aus Mannheim sind noch präsent: Raketen fliegen, Fans stürmen den Platz, das DFB-Pokal-Spiel zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern wird unterbrochen. Nun reagiert die Politik – und nimmt die Vereine stärker in die Pflicht. Innenminister Manuel Hagel (CDU) hat sich am Donnerstagabend mit acht Vertretern der Fußball-Spitzenvereine aus Baden-Württemberg auf neue Regeln für Hochrisikospiele verständigt. Künftig soll genauer hingeschaut werden, wenn es um Sicherheit im und rund um das Stadion geht. Wer vereinbarte Sicherheitskonzepte wissentlich nicht einhält, muss künftig mit einem Bußgeld rechnen. Die mögliche Höhe hat es in sich: Bis zu 100.000 Euro könnten fällig werden. Die dafür notwendige Rechtsgrundlage will Hagel „unverzüglich“ schaffen.

Die gemeinsame Vereinbarung umfasst zehn Punkte. Besonders im Fokus stehen die Einlasskontrollen. Vereine sollen sicherstellen, dass Besucher am Spieltag wirksam kontrolliert werden. Auch das eingesetzte Sicherheitspersonal muss entsprechend qualifiziert sein. Pyrotechnik soll möglichst gar nicht erst ins Stadion gelangen. Auch technisch müssen die Vereine aufrüsten und ihre Systeme auf den Prüfstand stellen. Kameras zur Überwachung, Informationssysteme für Besucher und Kommunikationsmittel für das Sicherheitspersonal sollen den Anforderungen eines Hochrisikospiels entsprechen. Und wenn es trotzdem kracht? Dann sollen die Vereine ihr Hausrecht bei schweren Verstößen konsequent durchsetzen. Stadionverbote sollen angewendet werden. Außerdem wird eine enge Zusammenarbeit mit Polizei und Ermittlungsbehörden bei der Aufklärung verlangt.

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Weniger Gewalt – aber der Druck steigt

Hagel setzt dabei weiterhin auf die sogenannten Stadionallianzen. Polizei, Vereine, Kommunen und Fanprojekte arbeiten darin seit Jahren zusammen, um Risiken früh zu erkennen und Konflikte möglichst zu entschärfen. Die Zahlen sprechen zumindest teilweise für diesen Ansatz: In der vergangenen Saison wurden rund um Spiele der ersten fünf Ligen 91 Verletzte registriert. In der Saison 2024/25 waren es noch 132. Auch die Zahl der Straftaten sank von 474 auf 452.

Die Polizei konnte zudem Einsatzstunden reduzieren: von rund 174.000 auf 165.000. Doch nach den heftigen Szenen in Mannheim ist klar: Die Vereine stehen künftig noch stärker in der Verantwortung.

(Quellen: Innenministerium BW)