Das droht jetzt: Neue Corona-Regeln für Schulen in Baden-Württemberg

schüler in einem klassenzimmer während der corona-zeit
Symbolbild © istockphoto/Drazen Zigic

Unmittelbar nach der Rückkehr hunderttausender Mädchen und Jungen in ihre Klassenzimmer nach einem monatelangen Lockdown zeichnen sich wegen neuer Corona-Grenzwerte schon wieder zahlreiche Schulschließungen ab.

Die Fraktionen von Union und SPD im Bund wollen ab einer Inzidenz von 165 nur noch Fernunterricht zulassen, um die dritte Corona-Welle besser eindämmen zu können.
Bisher hatte es geheißen, nur in Corona-Hotspots mit über 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Woche solle es keinen Präsenzunterricht mehr geben, auch Kitas sollen dann geschlossen werden. Dies gilt derzeit auch in Baden-Württemberg. Dann wären bald die Schulen in der Hälfte der Kreise wieder zu

Die Landesregierung wird den Grenzwert 165 – wenn der Bundestag ihn im Rahmen des neuen Bundesinfektionsschutzgesetztes am Mittwoch so beschließt – voraussichtlich auch absenken, sodass er schon am kommenden Montag gelten könnte. Man tendiere dazu, Verschärfungen mitzumachen, sagte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der Deutschen
Presse-Agentur in Stuttgart. Der neue Schwellenwert würde nach jüngsten Zahlen des Landesgesundheitsamts für Baden-Württemberg bedeuten, dass es in mehr als der Hälfte der 44 Stadt- und Landkreise nur Distanzunterricht geben darf. Derzeit liegen 23 Kreise über dem Wert von 165, 10 weitere Kreise liegen nur knapp darunter.

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Die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken aus Baden-Württemberg pochte am Montag auf klare Regeln für die Schulen, mit denen auch Kinder und Jugendliche, die durch die Virus-Mutation B117 stärker gefährdet seien, vor einer Infektion geschützt werden. «Ab einer Grenze von 165 ist nur noch Distanzunterricht möglich», betonte auch sie.

Rückkehr am Montag in drei Viertel der Stadt- und Landkreise

Am Montag waren hunderttausende Schülerinnen und Schüler nach über vier Monaten im Lockdown in ihre Klassenzimmer zurückgekehrt. Sie mussten Maske tragen, Abstand halten und ein negatives Testergebnis haben. Die Lockerung der Landesregierung ist hochumstritten, weil das Land mitten in der dritten Corona-Welle steckt. In 11 Kreisen blieben die Schulen größtenteils geschlossen, weil sie entweder schon drei
Tage über der Inzidenz von 200 lagen oder kurz davor stehen. Darunter sind auch Stuttgart und Ulm. Ausnahmen gibt es für die Notbetreuung, Abschlussklassen sowie die sonderpädagogischen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen (SBBZ).

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Beim Start in vielen Schulen gab es nach Auskunft des Kultusministeriums, des Städtetags und der GEW zunächst keine größeren Probleme. Alle Jahrgangsstufen aller Schularten sollen wieder in Präsenz unterrichtet werden können – allerdings meistens im
Wechsel, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Wer mehr als drei Tage in Folge an der Schule ist, muss sich zweimal pro Woche testen lassen. Es ist eine indirekte Testpflicht. Im Südwesten gibt es rund 1,5 Millionen Schülerinnen und Schüler sowie 130 000 Lehrkräfte.