
Ein unerwartetes Loch auf einer millionenschweren Fahrradbrücke in Baden-Württemberg sorgt plötzlich für Aufsehen. Die beheizbare Brücke steht im Mittelpunkt von Spekulationen über mögliche Schäden und notwendige Reparaturen.
Auch das noch! Ein mysteriöses Loch auf einer millionenschweren Brücke sorgt für Aufsehen und bringt Tübingens Oberbürgermeister an den Rand der Fassung.
Ein Schock für Radfahrer und den Stadtchef
Tübingen, die Universitätsstadt am Neckar, staunte nicht schlecht, als Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) auf Facebook ein Bild postete: Ein kleines, ovales Loch ziert plötzlich die 365 Meter lange, beheizbare Ann-Arbor-Brücke – Deutschlands größte beheizbare Fahrradbrücke. „Brückenschaden oder Dachschaden? Irre. Wer macht so was? Ist das jetzt Radfahrerhass?“, schrieb Palmer dazu fassungslos.
Die Ann-Arbor-Brücke verbindet das Behördenzentrum Mühlbachäcker mit der Europastraße und dem Hauptbahnhof und ist das Prunkstück des sogenannten „blauen Bandes“ – einem Netz aus Fahrradbrücken, das die Stadt seit 2021 konsequent ausbaut. Besonders auffällig: Das strahlende Blau der Brücke und die innovative Beheizung, die im Winter die Oberfläche auf bis zu drei Grad erwärmt, damit sie nicht vereist. Dadurch soll Salzstreuen überflüssig, der Stahl vor Rost geschützt werden und die Brücke theoretisch 100 Jahre halten.
Teurer Spaß mit Heizmatten
Was bei einer normalen Brücke vielleicht nur ein kleiner Flickenteppich wäre, könnte bei der Ann-Arbor-Brücke ein teures Unterfangen nötig machen. Denn anders als ihre kleineren Pendants im „blauen Band“ ist ihre Heiztechnik hochkomplex: In mehreren Einzelfeldern reagiert sie auf Kälte und Feuchtigkeit. Ein beschädigtes Feld könnte also richtig ins Geld gehen. Nach einer Prüfung durch die Stadtwerke geht die Stadtverwaltung jedoch davon aus, dass die Heizmatte keinen Schaden genommen hat. Die Reparatur des Lochs habe man bereits beauftragt.
Die Ann-Arbor-Brücke ist nicht nur wegen ihres innovativen Heizsystems besonders, sondern auch wegen des Preises: 16 Millionen Euro – unterstützt vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Land. Die Stadt steuerte selbst rund 4,5 Millionen Euro bei. Ob es sich bei dem Schaden um Vandalismus handelt, ist noch unklar. Palmer vermutet mutwillige Beschädigung: „Die Fachleute sagen, das kann eigentlich nur mit der Akkuflex herausgefräst worden sein.“
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)














