
Die Deutsche Post schließt immer mehr Filialen – und das betrifft leider auch zahlreiche Standorte in Baden-Württemberg. Stattdessen setzt der Traditionskonzern jetzt verstärkt auf elektrische Automaten.
Die Deutsche Post schließt Filialen in Baden-Württemberg und ersetzt sie durch Automaten. Vor allem ältere Menschen protestieren jetzt.
Weiße Flecken auf der Post-Landkarte: Immer mehr Orte ohne Anschluss
Die vertraute Postfiliale mit persönlicher Beratung wird in immer mehr Orten Baden-Württembergs zur Seltenheit. Die Deutsche Post ersetzt klassische Schalter durch Automaten – und das ganz legal. Grund ist eine Gesetzesänderung, die es seit Anfang des Jahres erlaubt, solche Poststationen als offizielle Filialen anzurechnen. Betroffen sind dabei zunächst sechs Standorte im Südwesten: Ebersbach an der Fils, Sinsheim, Neulingen, Wellendingen, Steinhausen an der Rottum und Illerkirchberg. Hier sollen künftig Automaten den Service übernehmen. Und damit nicht genug: Weitere sieben Orte stehen bereits auf der Warteliste für mögliche Automaten-Lösungen.
Hinter dem Umbau steht ein massives Problem. Die Post kann ihre gesetzliche Pflicht zur flächendeckenden Versorgung nicht mehr erfüllen. Bundesweit fehlen an 160 Standorten Filialen – trotz der gesetzlichen Verpflichtung. Der Grund ist, dass immer mehr Supermärkte und Geschäfte auf dem Land schließen, in denen bisher Postschalter untergebracht waren. Die neuen Poststationen bieten zwar rund um die Uhr Service: Pakete annehmen, Briefmarken verkaufen, Briefe einwerfen. Sogar eine Videoberatung ist möglich. Doch für viele Menschen ist das einfach keine Alternative. Somit wird auch die Barrierefreiheit der neuen Postautomaten scharf kritisiert. Nach Ansicht des Sozialverbands VdK sind die Stationen für viele Menschen mit Behinderungen praktisch unbenutzbar. Besonders Rollstuhlfahrer, kleinwüchsige und sehbehinderte Personen stünden vor unüberwindbaren Hürden.
Technik statt Mensch: Wenn der Automat den Service ersetzen soll
Auch viele Senioren – ob in Baden-Württemberg oder anderswo – seien mit der Technik überfordert und bräuchten dringend persönliche Unterstützung, die ein Automat der Deutschen Post nicht bieten könne. Tatsächlich zeigt die Bilanz der Bundesnetzagentur gemischte Ergebnisse. Obwohl Automaten jetzt als Filialen zählen, ist die Zahl der unbesetzten Standorte weiter gestiegen – von Juli 2024 bis September 2025 um 19 zusätzliche weiße Flecken auf der Post-Landkarte.
Für die Hälfte der 160 fehlenden Standorte seien aber bereits Lösungen in Arbeit, so die Post. Doch ob das persönliche Beratungen oder nur weitere Automaten sein werden, bleibt offen. Für viele Kunden im ländlichen Raum bedeutet die Entwicklung: Der Weg zur nächsten „echten“ Post wird weiter.
(Quellen: Deutsche Post, dpa)














