
Diese idyllische Fachwerkstadt in Baden-Württemberg verzaubert Besucher mit Türmen, Toren und einer gewaltigen Kaiserpfalz hoch über dem Neckar – ein märchenhaftes Kleinod abseits der großen Touristenströme.
Zwischen Türmen, Toren und uraltem Fachwerk scheint hier die Zeit stillzustehen. Hoch über dem Neckar wartet eine Stadt, die wirkt wie aus einem Märchenbuch.
Fachwerk, Pfalz und Panorama
Wer auf der Burgenstraße zwischen Heidelberg und Heilbronn unterwegs ist, reibt sich verwundert die Augen: Wie kann eine Stadt mit nur rund 7.600 Einwohnern so monumental wirken? Türme ragen in den Himmel, mächtige Mauern thronen über dem Fluss, verwinkelte Gassen ziehen sich durch eine Altstadt, die wie gemalt erscheint. Hoch über dem Neckar erhebt sich hier die gewaltige Kaiserpfalz – die größte ihrer Art nördlich der Alpen. Bad Wimpfen ist ein steinernes Relikt aus der Stauferzeit, das noch heute Ehrfurcht einflößt.
Oben, in Wimpfen am Berg, schmiegt sich die historische Altstadt an die Hangkante. Fachwerk reiht sich an Fachwerk, kleine Plätze öffnen den Blick ins Neckartal. Im ältesten Teil, Bad Wimpfen im Tal, beeindruckt die katholische Ritterstiftskirche St. Peter aus dem 10. und 13. Jahrhundert mit romanischem Westwerk und gotischem Langhaus. Gleich daneben: das ehemalige Kloster. Und mittendrin Fachwerk pur – darunter das Rathaus aus dem 16. Jahrhundert und das legendäre Bügeleisenhaus, das sogar als schmalstes Fachwerkhaus der Altstadt gilt.
Türme mit Superlativen
Das Herzstück der Stadt? Ganz klar der Blaue Turm. Um 1170 errichtet, ragt er stolze 58 Meter in die Höhe. Sein Name geht dabei auf das schiefergedeckte Dach zurück. Bad Wimpfen beansprucht zudem die älteste ununterbrochene Türmertradition Deutschlands – ein kaum bekannter Superlativ! Nicht minder beeindruckend ist der Rote Turm, ein staufischer Wehrturm mit mächtigem Buckelquaderwerk aus Sand-, Tuff- und Kalkstein. Er diente einst als östlicher Bergfried der Kaiserpfalz – und im Ernstfall wohl auch als letzte Zuflucht für König oder Kaiser. Neben den Türmen prägt das sogenannte Steinhaus, ein massiver romanischer Profanbau, die Silhouette. Heute beherbergt es ein Museum. Und dann sind da noch die Arkaden – Überreste des einst zweigeschossigen Königssaales.
Dass solche Orte boomen, zeigen Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg: 22,4 Millionen Gäste kamen von Januar bis November 2025 ins Land, rund 54,8 Millionen Übernachtungen wurden gezählt. Viele reisen gar nicht weit, denn ein Viertel der Urlaubsreisen nach Baden-Württemberg stammt von Einheimischen selbst.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














