
Bei einem Sportfest kippt die Stimmung innerhalb von Sekunden, als ein heftiges Unwetter über die Region zieht und Menschen in Lebensgefahr bringt. Das Drama in Baden-Württemberg entfaltet sich mit voller Wucht.
Ein lauer Sommerabend, ein Sportfest voller Familien und Kinder – dann zieht ein Unwetter auf. Wenige Sekunden später herrscht Chaos.
Neun Verletzte – junge Frau schwer getroffen
Was als fröhliches Handballfest begann, endete Freitagnacht in Rastatt mit einem Schockmoment. Auf einem Sportplatz im Stadtteil Niederbühl hatten zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene ihre Zelte aufgebaut, um gemeinsam zu feiern und die Nacht zu verbringen. Doch als ein heftiges Gewitter über die Region zog, kippte die Stimmung schlagartig. Mehrere Menschen versuchten noch, die Zelte gegen die starken Windböen zu sichern. In diesem Moment kam es zur Katastrophe: Ein Blitz schlug direkt in eine Zeltstange ein.
Insgesamt wurden neun Menschen verletzt. Besonders schwer traf es eine junge Frau Anfang zwanzig, die schwere Verletzungen erlitt. Nach Angaben der Polizei schwebt sie jedoch nicht in Lebensgefahr. Unter den Verletzten befand sich auch ein 13-jähriger Jugendlicher. Sieben Betroffene hat man in Kliniken gebracht. Die sechs Menschen mit leichteren Verletzungen konnten die Krankenhäuser noch am selben Tag wieder verlassen.
Weitere Blitzeinschläge und Festival-Unterbrechung
Und Rastatt blieb nicht der einzige Ort, an dem das Unwetter zuschlug. Auf einem Fest in Münsingen wurde eine 71-jährige Frau verletzt, als ein Blitz unmittelbar neben einem Festzelt einschlug. Die Frau erlitt einen Stromschlag. Man brachte sie ebenfalls in ein Krankenhaus. Auch das Southside Festival bekam die Wetterlage zu spüren. Zehntausende Besucher wurden am Freitagabend aufgefordert, Schutz in ihren Fahrzeugen zu suchen. Erst nach rund zwei Stunden konnte das Musikprogramm fortgesetzt werden.
Doch damit sind die Sorgen nicht vorbei: Für ganz Baden-Württemberg gilt derzeit eine Hitzewarnung. Meteorologen warnen vor Temperaturen, die besonders für ältere Menschen gefährlich werden können. Experten raten deshalb dazu, ausreichend zu trinken – idealerweise zwei bis drei Liter täglich. Am besten Wasser, gekühlte Tees und Saftschorlen ohne Zuckerzusatz. Alkohol, Koffein und eiskalte Getränke gelten bei großer Hitze als weniger geeignet. Beim Essen empfehlen Fachleute mehrere kleinere Mahlzeiten statt weniger großer Portionen. Besonders gut verträglich sind leichte, frische und kühle Speisen wie Obst, Gemüse, Salate oder fettarme Suppen. Auch für die Natur kann die Hitze gefährlich werden, denn die Waldbrandgefahr im Land steigt derzeit auf hohe bis sehr hohe Werte.
(Quellen: dpa, Polizeipräsidium Offenburg)














