
Rauchverbote werden drastisch ausgeweitet in Baden-Württemberg. An immer mehr öffentlichen Orten soll das Rauchen künftig verboten werden – ein Schritt, der besonders Kinder und Jugendliche schützen soll.
Bald heißt es: Hände weg von der Zigarette! Baden-Württemberg zieht die Daumenschrauben an – und das betrifft überraschend viele Orte.
Rauchen? Bald an vielen Orten tabu
Hinter verschlossenen Türen hat man ein Gesetz beschlossen, das den Alltag von Rauchern in Baden-Württemberg spürbar verändern dürfte. Das Nichtraucherschutzgesetz aus dem Jahr 2007 bekommt ein Update – und zwar ein drastisches. In wenigen Monaten wird an deutlich mehr Orten das Rauchen verboten sein. Im Fokus stehen Plätze, an denen sich besonders häufig Kinder und Jugendliche aufhalten. Dazu zählen unter anderem Kinderspielplätze, Haltestellen von Bus und Straßenbahn, Freibäder, Zoos sowie Freizeitparks. Wer dort künftig qualmt, riskiert Ärger. Auch Schulhöfe werden komplett rauchfrei. Raucherzonen gehören dort der Vergangenheit an. In Behörden verschwinden zudem die letzten Raucherzimmer.
Das neue Gesetz nimmt nicht nur klassische Zigaretten ins Visier. Auch E-Zigaretten, Vapes und Shishas fallen unter das Verbot – selbst dann, wenn sie ganz ohne Tabak, Nikotin oder Cannabis auskommen. Die Begründung der Politik: Beim Verbrennen, Verdampfen oder Erhitzen entstehen trotzdem potenziell gesundheitsschädliche Stoffe. Ganz verschont bleibt allerdings die Gastronomie. Die bisherigen Ausnahmeregelungen bleiben weitgehend bestehen. In Innenräumen ist Rauchen zwar verboten, Außenbereiche darf man aber weiterhin nutzen.
Warum das Gesetz verschärft wird
Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr. Zwar ist der Raucheranteil in Deutschland in den vergangenen Jahren gesunken, doch noch immer greift mehr als jeder Vierte regelmäßig zur Zigarette. Besonders besorgniserregend: Auch bei Kindern und Jugendlichen bleibt der Konsum hoch. Studien zeigen, dass Stress, Unsicherheit, das soziale Umfeld oder die Region, in der man aufwächst, eine große Rolle spielen.
Nikotin wirkt schnell und effektiv – innerhalb von Sekunden landet es im Belohnungszentrum des Gehirns. Das wohlige Gefühl hat jedoch einen hohen Preis: Die Gefahr einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit ist enorm. Wer einmal drinsteckt, kommt oft nur schwer wieder raus. Die gesundheitlichen Folgen sind dramatisch. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegsprobleme und Krebs gehören zu den häufigsten Konsequenzen. Laut WHO stirbt weltweit jeder zweite Tabakkonsument, der nicht aufhört, an den Folgen. In Deutschland sind es rund 127.000 Todesfälle pro Jahr. Das neue Gesetz soll nun zumindest eines verhindern: dass der Rauch andere gleich mit krank macht.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Landtag Baden-Württemberg)














