Eingeschleppt: Neue Schlange breitet sich aus in Baden-Württemberg

Eine Kettenatter im Gebüsch
Foto: Haplochromis, CC BY-SA 3.0, wiki

In Baden-Württemberg ist ein gefährlicher Tourist unterwegs. Die eingeschleppte Schlange wurde unter anderem in Südbaden gefunden.

Experten haben einen neuen Fund gemacht. Und zwar eine neue Schlange. Diese wurde eingeschleppt. Dies ist bedenklich. Denn eingeschleppte Tierarten sind für das Ökosystem gefährlich.

Spanien kennt die Problematik

Auch hier wurde eine Natternart eingeschleppt. Spätestens Ende der 90er fand sie einen Weg auf die Insel. Seitdem rottete sie einheimische Reptilien nahezu aus.

Inzwischen ist sie auf Cran Canaria Stammgast: die Kalifornische Kettennatter. Sie hat sich dort breit gemacht und rasend schnell vermehrt. Außerdem richtete sie beträchtlichen Schaden an.

Diese Natter wurde jetzt auch in Baden-Württemberg mehrfach gefunden. Experten warnen davor.

Gefährliche Natternart nach Baden-Württemberg eingeschleppt

Die Kalifornische Kettennatter wurden nun auch in Baden-Württemberg mehrfach gesichtet. Und zwar in der Nähe von Offenburg und bei Freiburg.

Und diese Natter ist gefährlich. Denn sie kann heimische Bestände gefährden. Vor allem die Smaragdeidechse am Kaiserstuhl und die Zauneidechse könnten durch die Kettennatter ausgerottet werden. Dies befürchtet Hubert Laufer vom Verein für Amphibien- und Reptilien-Biotopschutz Baden-Württemberg.

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Nie Natter trägt die Fachbezeichnung Lampropeltis californiae. Eigentlich ist sie in Mexiko und dem Südwesten der USA heimisch. Sie ist eine geschickte Jägerin. Ihre Opfer sind Vögel, kleine Säugetiere und Echsen. Manchmal auch andere kleine Schlangen.

Noch ist nicht klar, ob die Kalifornische Kettennatter in Deutschland langfristig überleben und sich vermehren kann. „Aber bei den zu beobachtenden klimatischen Veränderungen wäre es durchaus denkbar, hier ist es ja teils sogar wärmer als auf den Kanaren“. So Laufer.

Philip Haubrock vom Frankfurter Senckenberg Forschungsinstitut hält eine Verbreitung ebenfalls für möglich.

„Bedenkt man, dass diese Art in der europäischen Terrarienhaltung weit verbreitet ist, würde es mich nicht überraschen, wenn wir öfter von solchen Funden hören“, äußert er sich dazu.

Menschen haben jedoch nichts zu befürchten. Denn für sie ist die kalifornische Kettennatter nicht gefährlich.