Ende ist da: Berühmtes Kaufhaus schließt in Baden-Württemberg

Eine Frau steht vor einem geschlossenen Geschäft und schaut in das leere Schaufenster. Sie hat dem Fotografen den Rücken zugekehrt.
Symbolbild © istockphoto/Spitzt-Foto

Ein beliebtes Geschäft in Baden-Württemberg schließt seine Türen nach fast zehn Jahren – trotz treuer Kundschaft und großer Beliebtheit. Die Gründe zeigen ein viel größeres Problem.

Schock für viele Stammkunden: Ein beliebtes Geschäft im Herzen von Stuttgart steht vor dem Aus. Nach fast zehn Jahren ist bald endgültig Schluss.

Ausverkauf bis Ende März – dann gehen die Lichter aus

Ein bekanntes Kaufhaus im Herzen von Stuttgart schließt schon bald seine Türen – und das nach fast einem Jahrzehnt. Betreiber Daniel Brunner kündigte das Aus Ende Februar in einem emotionalen Beitrag auf Instagram an. Die Rede ist vom Kaufhaus Mitte, das sich im imposanten Königsbau am Schlossplatz befindet. Seit fast zehn Jahren wurden dort regionale Produkte verkauft: von liebevoll ausgewählten Dekoartikeln über Kleidung bis hin zu Feinkost aus der Region.

Über mangelnde Nachfrage konnte sich das Team nie beklagen. Im Gegenteil: Viele Kunden schätzten die besondere Auswahl mit lokalem Bezug. Dennoch sieht sich Brunner gezwungen, einen Schlussstrich zu ziehen. Der Mietvertrag läuft im Frühjahr aus – und eine Verlängerung kam offenbar nicht mehr infrage. Deshalb gibt es derzeit einen großen Ausverkauf bis Ende März. Sogar Teile des Inventars werden verkauft, bevor sich die Türen endgültig schließen. Was nach der Schließung im Königsbau einziehen wird, ist derzeit noch unklar.

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Innenstadt stirbt langsam – immer mehr Geschäfte verschwinden

Die Reaktionen auf die Schließung zeigen, wie wichtig das Geschäft für viele Stuttgarter war. Unter dem Instagram-Beitrag sammeln sich zahlreiche Kommentare voller Bedauern. Doch der Fall steht exemplarisch für ein viel größeres Problem: Der deutsche Einzelhandel steckt seit Jahren in einer Krise. Hohe Mieten in den Innenstädten, steigende Energie- und Personalkosten sowie die wachsende Konkurrenz durch den Onlinehandel setzen immer mehr Geschäften zu. Hinzu kommt eine spürbare Kaufzurückhaltung bei den Kunden.

Die Zahlen sind alarmierend. Laut Handelsverband Deutschland wird die Zahl der stationären Geschäfte 2025 erstmals seit der Wiedervereinigung unter 300.000 fallen. Schon 2026 könnten es nur noch rund 296.600 Läden sein. Zum Vergleich: Ende 2015 gab es noch etwa 372.000 Geschäfte in Deutschland. Besonders die Corona-Pandemie wirkte wie ein Brandbeschleuniger für diese Entwicklung. Viele Händler mussten damals wegen monatelanger Schließungen aufgeben. Auch die Insolvenzzahlen steigen. Der Kreditversicherer Allianz Trade registrierte 2025 2.571 Insolvenzen im Einzelhandel – den höchsten Wert seit zehn Jahren. Währenddessen wächst der Onlinehandel weiter und legte zuletzt preisbereinigt um 3,5 Prozent zu.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Instagram Kaufhaus Mitte, Insolvenzbekanntmachungen)