
Frühling ist Bärenzeit. Nach der Winterruhe werden die großen Tiere wieder aktiv und lassen sich aktuell besonders gut im Schwarzwald entdecken. Für Besucher beginnt damit die spannendste Zeit des Jahres.
Sie tapsen wieder durchs Gehege, schnüffeln neugierig und sorgen für staunende Besucher: Im Bärenpark im Schwarzwald erwachen die mächtigen Tiere aus ihrer Winterruhe.
Es wird wieder warm: Jetzt erwachen die Bären im Schwarzwald
Noch zieht nachts kalte Luft über die Wälder von Bad Rippoldsau-Schapbach, doch im Alternativen Wolf- und Bärenpark kehrt langsam wieder Leben ein. Nach Monaten der Ruhe zeigen sich die ersten Bären wieder im Freigehege. Zehn Bären leben derzeit im Park, dazu vier Wölfe und ein Luchs. Schon im Februar wagten sich die ersten Bären wieder aus ihren Höhlen.
Für die Bären ist das Aufwachen jedoch weit mehr als nur das Ende eines langen Schlafs. Besonders für Tiere, die aus schwierigen Haltungen stammen, bedeutet die Winterruhe eine enorme Umstellung. Projektleiter Raoul Schwarze erklärt, dass jeder Bär im Park ein bis zwei Höhlen zur Verfügung hat. Trotzdem sei die Situation für viele Tiere zunächst stressig. Ein bewegendes Beispiel ist Bärin Franca. Sie lebte früher bei einem französischen Schaustellerpaar – eingesperrt in einem dunklen Verschlag. Dass sie heute ganz natürlich Winterruhe hält, ist für das Team des Parks ein kleines Wunder. Genau solche Geschichten machen den Park besonders: Viele Tiere kommen aus Zirkussen, Privathaltungen oder Zoos und erhalten hier eine zweite Chance. Auch drei Wildbären leben im Schwarzwaldpark. Sie konnten nach Auffälligkeiten in freier Wildbahn nicht mehr ausgewildert werden.
Warum der Frühling die beste Zeit für einen Besuch ist
Gerade jetzt lohnt sich ein Besuch besonders. Nach der Winterruhe werden die Tiere langsam wieder aktiver, gleichzeitig ist das Gelände noch nicht dicht bewachsen. Besucher können die Bären daher besonders gut beobachten. Finanziert wird der Park privat – durch Eintrittsgelder, Spenden und Tierpatenschaften. Wer die Bären erleben möchte, kann den Park täglich zwischen 10 und 18 Uhr besuchen. Der Eintritt kostet 14 Euro, ermäßigt 12 Euro.
Einen Bären in freier Wildbahn zu sehen, ist in Deutschland nach wie vor eine echte Sensation. Vor allem im Süden Bayerns sind Begegnungen zwar äußerst selten, aber nicht ausgeschlossen. Meist handelt es sich dabei um junge Braunbären, die aus Italien einwandern. Dabei waren Bären früher in Europa weit verbreitet. Noch vor wenigen Jahrhunderten lebten sie in vielen Regionen des Kontinents. Heute hingegen gilt der Bär in zahlreichen Ländern als ausgestorben. Umso größer war die Aufmerksamkeit, als 2006 nach mehr als 170 Jahren erstmals wieder ein Braunbär in Deutschland gesichtet wurde.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














