Fast 1.000 Euro: Kita-Gebühren explodieren in Baden-Württemberg

An einer Garderobe im Kindergarten hängen viele kleine Jacken und Rucksäcke. In dem Fach darunter sind die Hausschuhe aufgereiht und die Fächer oben enthalten Mützen und Handschuhe. Für jedes Kind gibt es einen Haken und ein Fach, wo es seine Sachen aufhängen und ablegen kann.
Symbolbild © imago/Rupert Oberhäuser

Ein Betrag von fast 1.000 Euro ist für manche Menschen eine unleistbare Ausgabe. Allerdings explodieren die Kita-Gebühren in Baden-Württemberg und viele Eltern sind fassungslos. Sie fragen sich, wie es weitergehen soll.

Das ist für viele ein großer Schock. Die Kita-Gebühren explodieren und betragen in Baden-Württemberg fast 1.000 Euro. Für viele Eltern ist das nicht mehr leistbar und sie machen sich deshalb schon auf die Suche nach alternativen Möglichkeiten.

Soziale und motorische Fähigkeiten im Fokus

Kitas sind wichtige Einrichtungen in der frühkindlichen Bildung und Betreuung. In der Kita lernen Kinder oft spielerisch soziale Fähigkeiten wie teilen, warten bis ein jeder an der Reihe ist oder Streitigkeiten zu lösen. Dort werden auch motorische Fähigkeiten durch Bewegungsspiele gefördert, Kreativität durch Malen und Musik angeregt, und der Wortschatz wird durch Vorlesen erweitert. Im Gegensatz zu Kindergärten zielen Kitas stärker auf die Vereinbarkeit mit den Arbeitszeiten der Eltern ab. Kitas bieten jedoch eine sichere Umgebung mit pädagogisch geschultem Personal, das auf die Bedürfnisse von Kleinkindern eingeht. Allerdings explodieren die Kita-Gebühren in Baden-Württemberg gerade und stellen viele Eltern vor ein Problem.

Berufsaufgabe wegen zu hoher Gebühren

Die Gebührenbelastung bei Kitas variiert stark je nach Region, Träger und Familiengröße. In vielen Städten gibt es gestaffelte Entgeltmodelle, bei denen kleinere Kinder aufgrund eines höheren Betreuungsaufwands höhere Kosten pro Monat verursachen als größere Kinder. Zudem greifen jedoch bei den Gebühren auch Geschwisterrabatte oder einkommensabhängige Zuschüsse. Die Gebühren setzen sich oftmals aus einer Basisgebühr sowie Zusatzleistungen wie Mittagessen zusammen. Staatliche Förderungen oder individuelle Unterstützungsleistungen können die Belastung für Familien zwar reduzieren, doch bei Familien der unteren Mittelschicht ist das Einkommen oftmals zu hoch, um eine staatliche Unterstützung zu den Kita-Gebühren zu erhalten.

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Daher beeinflussen auch die Gebühren in Kitas die Entscheidung vieler Eltern, wie lange sie ihre Kinder in der Betreuung lassen. Die finanzielle Knappheit zwingt manche Kommunen jedoch dazu, die Beiträge deutlich zu erhöhen. Je nach Einkommen können dann Beträge von fast 1.000 Euro monatlich zusammenkommen. Die uneinheitliche Gebührenordnung bewirkt zudem, dass die Gebühren je nach Ort unterschiedlich sind. Manche Städte erheben nur geringe Beiträge, während andere fast 1.000 Euro monatlich berechnen. Viele Familien können die hohen Gebühren monatlich nicht aufbringen und suchen deshalb nach anderen Lösungen. So geben viele Mütter ihren Beruf auf, um die Kinder zu Hause selber zu betreuen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Zeit)