Fast 40 Grad: Wetterlage spitzt sich in Baden-Württemberg zu

Ein Mann mit Cappy trinkt in den Strahlen eines wunderschönen abendlichen Sonnenuntergangs am Waldrand und einem Sportplatz eine Flasche Wasser. Die Sonnenstrahlen durchscheinen die Flasche und strahlen hell in die Kamera.
Symbolbild © istockphoto/Marc Bruxelle

Fast vierzig Grad, hohe UV-Belastung und die Gefahr schwerer Gewitter: Die Wetterlage spitzt sich in Baden-Württemberg weiter zu. Experten warnen vor Gesundheitsrisiken, während sogar neue Hitzerekorde möglich erscheinen.

Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel, die Nächte bringen kaum noch Abkühlung – und Wetterexperten haben für die kommenden Tage eine klare Botschaft: Es wird noch heißer.

Baden-Württemberg schwitzt – und das ist erst der Anfang

Baden-Württemberg steuert auf eine außergewöhnliche Hitzewelle zu. Bis Anfang kommender Woche werden vielerorts Temperaturen von bis zu 38 Grad erwartet. Nach aktuellen Wettermodellen könnten am Montag regional sogar die 39 Grad geknackt werden. Erst zur Wochenmitte zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Mit den steigenden Temperaturen wächst auch die Belastung für den menschlichen Körper. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor einer hohen bis sehr hohen Wärme- und UV-Belastung.

Von einer starken Wärmebelastung sprechen Meteorologen bereits, wenn die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegt und die nächtliche Abkühlung ausbleibt. Ab einer gefühlten Temperatur von mehr als 38 Grad gilt die Belastung sogar als extrem. Experten raten deshalb dazu, ausreichend Wasser zu trinken, leichte Mahlzeiten zu bevorzugen und körperliche Anstrengungen während der Mittags- und Nachmittagsstunden möglichst zu vermeiden. Auch das Abdunkeln von Wohnungen und das regelmäßige Kühlen des Körpers können helfen.

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Gewitter, Hagel und Milliardenkosten

Doch die Hitzewelle bringt nicht nur schweißtreibende Tage mit sich. Gleichzeitig steigt die Gefahr für Unwetter und Waldbrände. Besonders im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb können sich ab Freitag örtlich kräftige Gewitter entwickeln. Meteorologen schließen dabei Starkregen mit bis zu fünfzig Litern pro Quadratmeter, Hagelkörner von mehreren Zentimetern Größe und Sturmböen nicht aus. Wo genau die Gewitter niedergehen, lässt sich derzeit allerdings kaum vorhersagen.

Auch wirtschaftlich wird die Hitze zunehmend zum Problem. Fachleute sehen Deutschland schlecht auf häufigere Extremtemperaturen vorbereitet. Während südliche Länder Hitze längst bei der Stadtplanung und Arbeitsorganisation berücksichtigen, besteht hierzulande Nachholbedarf. Für Arbeitnehmer gelten bislang die Regeln der Arbeitsstättenverordnung. Ab dreißig Grad Raumtemperatur müssen Arbeitgeber Schutzmaßnahmen ergreifen, ab 35 Grad gelten Arbeitsräume grundsätzlich als ungeeignet. Wie teuer die Hitzewellen werden könnten, zeigen aktuelle Berechnungen von Allianz Trade: Bis 2030 könnten wiederkehrende Hitzeperioden die deutsche Wirtschaft rund 112 Milliarden Euro kosten. Denn mit jedem zusätzlichen Grad über dreißig Grad sinkt die Produktivität, während gleichzeitig die Energiekosten steigen.

(Quellen: dpa, Deutscher Wetterdienst, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)