Fast 500.000 Euro: Stadtlogo in Baden-Württemberg in der Kritik

In der Innenstadt in der Fußgängerzone ziert der Schriftzug "STUTTGART" den Schlossplatz. Die Hauptstadt von Baden-Württemberg hat viel Geld für das Logo bezahlt. Es handelt sich um eine Nachtaufnahme mit Weihnachtsdekoration im Hintergrund.
Symbolbild © imago/imagebroker

Ein geplantes Stadtlogo in Baden-Württemberg steht in der Kritik. Für das teure Wahrzeichen sind bis zu 470.000 Euro veranschlagt – in Zeiten knapper kommunaler Kassen ist das ein Ärgernis für viele Bürger.

Während man über Kürzungen im Sozialbereich diskutiert, sorgt ein teures Projekt für Unmut. Die Kritik an einem neuen Stadtlogo in Baden-Württemberg für fast eine halbe Million Euro reißt nicht ab.

Selfie-Spot und Spar-Skandal: Das Stadtlogo, das polarisiert

In Zeiten leerer Kassen fliegt den Stuttgarter Stadtvätern ein ziemlich teures Projekt um die Ohren. Geplant ist ein neues, beleuchtetes Stadtlogo – doch die Summe sorgt für großen Unmut. Und das ausgerechnet jetzt, wo überall gespart wird! Die Idee klingt erst einmal charmant: Drei Meter hohe, beleuchtete Buchstaben sollen das Wort „Stuttgart“ bilden. Ein markanter Selfie-Spot für Touristen, ein neues Wahrzeichen. Doch der Preis lässt viele aufschreien. Denn der Gemeinderat hat bis zu 470.000 Euro für das sogenannte „Stuttgart-Sign“ freigegeben.

Das Problem: Stuttgart steckt finanziell in der Krise. Die Gewerbesteuer-Einnahmen brechen ein, die Stadt muss sparen. Außerdem sieht der Haushalt Kürzungen bei sozialen Projekten und Kultur vor, während die Kita-Gebühren steigen. In dieser Lage wirkt eine halbe Million Euro für ein Foto-Motiv auf viele wie ein Schlag ins Gesicht. Eine Online-Petition gegen den „überteuerten Schriftzug“ sammelt daher bereits Unterschriften.

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Petition, Protest und Politik: Der öffentliche Aufschrei

Doch es gibt noch Hoffnung auf eine günstigere Lösung. Ein Stuttgarter Künstler hat eine Alternative parat: ein 15 Meter langes „We love Stuttgart“-Schild aus Maschendraht. Der Clou? Es ist bereits bezahlt und man könnte es kostenlos wiederverwenden. Der Marketing-Chef der Stadt zeigt sich beeindruckt von der einfachen, aber wirkungsvollen Idee.

Sein Versprechen: Man werde das bereitgestellte Budget nicht voll ausschöpfen. Stattdessen wolle man mit deutlich weniger Geld eine ähnlich gute Wirkung erzielen. Ob am Ende also doch ein Schild steht – und wie teuer es wirklich wird –, bleibt abzuwarten. Klar ist: In Stuttgart wird derzeit heftig darüber diskutiert, was eine Stadt sich in schwierigen Zeiten leisten kann und was nicht.

(Quellen: Stadt Stuttgart, Haushaltsberatungen der Landeshauptstadt)