
Mehrere Erwachsene und Kinder klagten nach einem Badetag über Magen-Darm-Beschwerden. Ob tatsächlich das Freibad in Baden-Württemberg die Ursache war, ist bislang jedoch nicht eindeutig geklärt.
Was als unbeschwerte Abkühlung an heißen Sommertagen gedacht war, entwickelte sich für zahlreiche Badegäste im Anschluss zum Albtraum. Wer letztlich die Verantwortung für die Infektionswelle tragen muss, wirft nach wie vor große Fragen auf.
Baby-Kot im Kinderbecken sorgt für Diskussionen
Für mehrere Erwachsene und Kinder nahm der Badeausflug Anfang Juli in Heilbronn ein unangenehmes Ende. Sie klagten kurz nach dem Besuch über Magen-Darm-Beschwerden. Schnell machte die Vermutung die Runde, dass das Badewasser der Auslöser gewesen sein könnte. Für zusätzliche Unruhe sorgte die Schilderung einer Besucherin. Ihren Angaben zufolge sei im Kinderbecken Kot eines Babys entdeckt worden. Das Becken hat man daraufhin umgehend gereinigt, zusätzlich gechlort und mit einem speziellen Reinigungsgerät behandelt. Das Wasser wurde allerdings nicht sofort komplett abgelassen. In den Tagen danach litten nach Angaben der Frau sie selbst, eine Verwandte und mehrere Kinder unter Magen-Darm-Beschwerden. Ein späterer Test des Gesundheitsamtes ergab jedoch normale Wasserwerte. Nach Einschätzung der Behörde könnte die Ursache der Erkrankungen auch außerhalb des Freibads gelegen haben. Etwa bei verdorbenen Lebensmitteln.
Auch die Stadtwerke Heilbronn betonen laut Medienberichten, dass ihnen keine Auffälligkeiten oder Häufungen von Magen-Darm-Erkrankungen bekannt seien, die eindeutig mit einem Freibadbesuch in Verbindung gebracht werden könnten. Man kontrolliere die Wasserqualität regelmäßig. Das Badewasser wird zudem laufend aufbereitet und desinfiziert. Man dokumentiere zudem sämtliche Reinigungsmaßnahmen.
Warum Chlorgeruch oft ein falsches Signal ist
Ein weitverbreiteter Irrtum betrifft den typischen Chlorgeruch im Schwimmbad. Viele halten ihn für ein Zeichen besonders guter Hygiene. Tatsächlich riecht reines Chlor kaum. Der stechende Geruch entsteht erst durch sogenannte Chloramine. Sie bilden sich, wenn Chlor mit Schweiß, Urin, Hautschuppen oder Sonnencreme reagiert.
Experten empfehlen, vor und nach dem Baden zu duschen, kein Wasser zu schlucken, Badeschuhe zu tragen und mit offenen Wunden nicht ins Becken zu gehen. Besonders wichtig ist außerdem, bei einer Magen-Darm-Erkrankung oder einem entsprechenden Verdacht auf den Ausflug ins Freibad zu verzichten. So lässt sich das Risiko einer Ansteckung für alle Badegäste deutlich verringern.
(Quellen: Stadtwerke Heilbronn, SLK-Kliniken Heilbronn, Gesundheitsamt Heilbronn)














