Für Zugbegleiter: Mehr Sicherheit in Baden-Württemberg gefordert

Ein Zugbegleiter der Deutschen Bahn geht in seiner Arbeitskleidung durch die Reihen eines Zugabteils. Ein Rucksack befindet sich auf der Ablage über den Sitzen.
Symbolbild © imago/Frank Sorge

Die Sicherheit von Beschäftigten im öffentlichen Verkehr steht seit Längerem unter Druck. Bus- und Bahnmitarbeiter arbeiten oft allein, in wechselnden Schichten, die sich nicht planen lassen. In Baden-Württemberg wird jetzt mehr Sicherheit gefordert.

Viele Beschäftigte berichten, dass sie sich im Arbeitsalltag zunehmend ungeschützt fühlen. Gewerkschaften und Verkehrsunternehmen weisen seit Jahren darauf hin, dass Sicherheitskonzepte nicht mit den realen Belastungen Schritt halten. Der öffentliche Verkehr rückt langsam in den politischen Fokus.

Übergriffe nehmen zu: Sicherheitslage im öffentlichen Verkehr verschärft sich

In den vergangenen Monaten hat sich die Lage für Beschäftigte im Nah- und Fernverkehr weiter zugespitzt. Übergriffe, Bedrohungen und aggressive Situationen nehmen zu, besonders in den Abendstunden oder bei stark frequentierten Verbindungen. Busfahrer, Zugbegleiter und Servicepersonal geraten dabei zunehmend in gefährliche Situationen, ohne auf Unterstützung zurückgreifen zu können. Gleichzeitig verändert sich das gesellschaftliche Klima, was Hemmschwellen senkt und Konflikte schneller eskalieren lässt. Verkehrsunternehmen stehen damit vor der Herausforderung, Sicherheit zu gewährleisten.

Mehr Sicherheit in Baden-Württemberg gefordert

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Auslöser für eine neue Debatte ist nun ein tödlicher Angriff auf einen Bahnmitarbeiter in Rheinland-Pfalz. Der Vorfall hat bundesweit Fragen nach besseren Schutzmaßnahmen aufgeworfen. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte an, zeitnah einen Sicherheitsgipfel einzuberufen. Ziel sei es, Verantwortliche aus Unternehmen, Politik und Sicherheitsbehörden zusammenzubringen und bestehende Konzepte zu überprüfen. Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder suchte das Gespräch mit Kollegen des getöteten Mitarbeiters sowie mit Gewerkschaftsvertretern. Dabei ging es um konkrete Ansätze, etwa den Einsatz zusätzlicher Kräfte, technische Hilfsmittel oder veränderte Arbeitsabläufe im Zugbetrieb.

Parallel dazu prüfen auch die Länder ihre Maßnahmen. Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann hat erklärt, man müsse den Vorfall sorgfältig analysieren und mögliche Schwachstellen identifizieren. In seinem Bundesland setzt man bereits verstärkt auf begleitete Zugfahrten und gezielten Einsatz von Sicherheitspersonal, etwa bei Großveranstaltungen. Zusätzlich dürfen Polizeibeamte den Nahverkehr kostenfrei nutzen, müssen im Ernstfall jedoch eingreifen. Ob solche Maßnahmen ausreichen, bleibt offen.

(Quellen: Innenministerium Baden-Württemberg, Deutsche Bahn, Gewerkschaft EVG, eigene Recherche der KA-Insider Redakteure)