Gäste fliegen plötzlich aus Schwimmbad in Baden-Württemberg

Zu sehen ist ein leeres Schwimmbecken in einem geschlossenen Hallenbad. Es befinden sich keine Schwimmer, keine Menschen, Gäste, Bademeister oder Schüler beim Schwimmunterricht im Gebäude und das Wasser im Becken schimmert blau und ist ruhig.
Symbolbild © istockphoto/urtaeva_alla

Auch im Frühling genießen Menschen in Deutschland ein entspannendes Bad oder einen Saunaaufguss in der Therme. In einem Schwimmbad in Baden-Württemberg flogen nun aber plötzlich Gäste ohne Grund raus, doch die Details verraten mehr über den Vorfall.

In vielen Läden, Sporteinrichtungen, Hotels und Restaurants in Deutschland herrscht das Hausrecht der Inhaber. Doch ein Vorfall in Baden-Württemberg, bei dem Gäste aus einem Schwimmbad herausgeflogen, sorgt dennoch für Bestürzung und offene Fragen.

Ein virales Video bringt eine Therme plötzlich in die Schlagzeilen

Ein kurzer Clip in sozialen Netzwerken kann heute ausreichen, um eine landesweite Debatte auszulösen. Genau das ist Anfang März nach einem Besuch im Badeparadies Schwarzwald in Titisee-Neustadt passiert. Ein Influencer-Paar veröffentlichte auf Instagram mehrere Videos, in denen sie schildern, aus der Therme verwiesen worden zu sein. Ihrer Darstellung zufolge soll ein Kuss in der Öffentlichkeit der Auslöser gewesen sein. In den Aufnahmen sieht man, wie sie an der Kasse bezahlen und anschließend das Bad verlassen.

Die Geschichte verbreitete sich innerhalb kurzer Zeit stark im Netz. Tausende Kommentare und Reaktionen folgten. Besonders bei Themen rund um mögliche Diskriminierung reagieren soziale Netzwerke häufig schnell und emotional. Das Paar verfügt auf mehreren Instagram-Konten über rund 170.000 Follower, wodurch sich das Video besonders rasch verbreitete. Medienexperten beobachten seit Jahren einen ähnlichen Effekt: Persönliche Erfahrungsberichte von Influencern erreichen oft deutlich mehr Aufmerksamkeit als klassische Medienberichte. Gleichzeitig entstehen dadurch häufig Diskussionen, bevor alle Hintergründe vollständig geklärt sind.

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Eklat im Schwimmbad: Betreiber widerspricht den Vorwürfen

Die Verantwortlichen des Badeparadies Schwarzwald weisen die Darstellung des Influencer-Paares entschieden zurück. Nach Angaben der Geschäftsführung sei ein Kuss nicht der Grund für den Hausverweis gewesen. Stattdessen spricht der Betreiber von mehreren Verstößen gegen die geltende Haus- und Badeordnung. Welche konkreten Situationen dazu geführt haben, wurde öffentlich jedoch nicht im Detail erläutert.

Solche Regeln sind in Thermen üblich. Sie betreffen beispielsweise den Umgang mit Kameras, das Verhalten in Ruhebereichen oder den respektvollen Umgang mit anderen Gästen. Werden diese Vorgaben mehrfach missachtet, können Betreiber von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und Gäste des Geländes verweisen. Das Unternehmen betont außerdem, dass das Badeparadies grundsätzlich ein Ort für Menschen aller Hintergründe sei. Diskriminierung aufgrund von Herkunft, Geschlecht oder sexueller Orientierung werde nicht akzeptiert. Der Fall zeigt vorrangig eines: Denn in Zeiten sozialer Medien können einzelne Ereignisse innerhalb weniger Stunden große Aufmerksamkeit erreichen. Welche Version des Vorfalls letztlich zutrifft, lässt sich anhand der bislang veröffentlichten Aussagen nur eingeschränkt nachvollziehen.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, t-online, Badeparadies Schwarzwald)