
Eine giftige Ameisenart wurde erstmals in Baden-Württemberg entdeckt. Sie kann mit ihren Stichen lebensgefährliche allergische Reaktionen auslösen und breitet sich möglicherweise dauerhaft aus. Spaziergänger sollten jetzt besonders wachsam sein.
Ein harmloser Spaziergang im Park – und plötzlich steckt darin eine kleine Gefahr. In Stuttgart entdeckte man erstmals eine Ameise, deren Stich lebensgefährlich sein kann.
Eine Entdeckung mit Folgen
Forscher haben in einem Stuttgarter Stadtpark eine Ameisenart nachgewiesen, die in Deutschland bislang noch nie gesichert gefunden wurde. Die Rede ist von der Asiatischen Nadelameise. Der Fund gelang Wissenschaftlern der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie der Universität Hohenheim im Stuttgarter Rosensteinpark. Bereits im vergangenen Juni stießen sie dort auf die Tiere – doch erst nach genauer Untersuchung wurde klar, wie bedeutend der Fund tatsächlich ist. Die Forscher entdeckten eine komplette Kolonie mit Nachwuchs. Das zeigt, dass es sich sehr wahrscheinlich um eine lokale, überwinterungsfähige Population handelt.
Die Asiatische Nadelameise stammt ursprünglich aus Ostasien. Außerhalb ihrer Heimat entdeckte man sie erstmals 1932 im Südosten der USA. Seitdem breitet sie sich in mehreren Regionen der Welt aus. In Europa tauchte sie unter anderem 2020 in Neapel auf. Warum Experten so alarmiert reagieren? Der Stich der Ameise ist zwar selten, kann aber starke allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen – also eine potenziell lebensgefährliche Situation. Auch die Europäische Union stuft die Art als besonders problematisch ein. Erst im vergangenen Sommer wurde sie in die höchste Gefahrenklasse invasiver Arten hochgestuft. Optisch wirkt das Tier unscheinbar. Ein kleiner Hinweis für Fachleute: Die Ameise besitzt hell gefärbte Mundwerkzeuge und Beine, die sie von vielen heimischen Arten unterscheiden. Für Laien ist dieser Unterschied jedoch kaum erkennbar.
Klimawandel begünstigt die Ausbreitung
Invasive Ameisenarten können erhebliche Schäden verursachen, denn sie greifen heimische Arten an, verändern ganze Lebensräume und können sogar Nutztiere oder Gartenanlagen beeinträchtigen. Verbreitet werden solche Arten meist unbemerkt, etwa über den internationalen Pflanzenhandel, in Containern oder im Reisegepäck. Auch der Klimawandel spielt eine Rolle, denn mildere Temperaturen erleichtern es vielen eingeschleppten Arten, sich dauerhaft anzusiedeln.
Die gute Nachricht: Jeder kann beim Aufspüren helfen. Wer draußen unterwegs ist und eine ungewöhnliche Ameise entdeckt, sollte sie möglichst nah fotografieren und das Bild über eine Meldeplattform für invasive Arten hochladen.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Universität Hohenheim)














