Gefahr: Giftköder töten mehrere Hunde in Baden-Württemberg

Ein kleiner Hund im Wald, der an einer Leine geführt wird. Der Hund trägt einen schwarzen Mantel und schnüffelt an einer hellblauen Dose auf dem Boden.
Symbolbild © imago/Funke Foto Services

Tierhalter aufgepasst! Hunde in Baden-Württemberg sind in großer Gefahr: Heimtückische Giftköder haben bereits zwei Tiere getötet – und die perfiden Fallen könnten noch immer überall lauern.

Ein harmloser Spaziergang endet tödlich: In Baden-Württemberg schlagen Giftköder gnadenlos zu. Zwei Hunde sterben – und die Angst geht jetzt um.

Tödliche Falle im Grünen

Was wie ein ganz normaler Ausflug begann, wurde für zwei Vierbeiner zur Tragödie. In der Nähe von Bretzfeld (Hohenlohekreis) schnupperten mehrere Hunde neugierig an einem umgestürzten, vermoderten Baum auf einer Streuobstwiese. Niemand ahnte, dass dort der Tod lauerte. Kurz darauf zeigten die Tiere erste Symptome. Ein Terrier brach zusammen und starb noch auf dem Weg in die Tierklinik. Ein Pudel kämpfte länger – doch auch er verlor in der darauffolgenden Nacht den Kampf ums Überleben. Die Polizei bestätigte später: Beide Hunde hatten Giftköder gefressen. Die perfide Mischung bestand aus Fleisch- und Wurststückchen – versetzt mit dem hochgefährlichen Nervengift E605.

E605, auch bekannt als „Schwiegermuttergift“, ist ein extrem giftiges Insektizid. Es wirkt als Nervengift, greift das zentrale Nervensystem an und kann bereits in kleinsten Mengen tödlich sein. Der Stoff wurde einst von Bayer als Pflanzenschutzmittel eingesetzt, ist jedoch wegen seiner Gefährlichkeit seit 2002 in der EU verboten. Die Täter gehen oft erschreckend raffiniert vor. Giftköder werden gezielt so präpariert, dass Hunde sie besonders attraktiv finden. Neben Nervengiften kommen häufig auch Rattengift, Frostschutzmittel oder sogar mit Rasierklingen gespickte Leckerbissen zum Einsatz.

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Symptome erkennen – Leben retten

Für Hundebesitzer zählt im Ernstfall jede Sekunde. Erste Anzeichen einer Vergiftung können ungewöhnliche Müdigkeit, Teilnahmslosigkeit oder auffälliges Verhalten sein. Auch Erbrechen, Durchfall – oft mit Blut – sowie starkes Speicheln oder Schaum vor dem Maul sind Alarmzeichen. Besonders dramatisch: Zittern, Krämpfe, Koordinationsprobleme oder Atemnot. Wer solche Symptome bemerkt, darf keine Zeit verlieren – sofort ab in die nächste Tierklinik!

Die Polizei ermittelt aktuell in der Region. Doch die Gefahr ist längst nicht gebannt. Experten raten dringend: Hunde sollten trainiert werden, nichts vom Boden aufzunehmen. Gleichzeitig gilt es, Spazierwege aufmerksam im Blick zu behalten. Denn eines ist klar: Diese unsichtbare Gefahr kann überall lauern – und sie trifft gänzlich unerwartet.

(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)