GEW ruft zum Lehrer-Streik auf: Viele Schulen in BW betroffen

Mitglieder der Gewerkschaft GEW laufen durch die Straßen mit Fahne und Warnweste. Es handelt sich um einen Warnstreik von Lehrkräften, die für mehr Arbeitnehmerrechte kämpfen, demonstrieren und protestieren.
Symbolbild © imago/EHL Media

Durch den bundesweiten Lehrer-Streik der GEW kam es gestern zu erheblichen Unterrichtsausfällen an den Schulen in Baden-Württemberg. Tausende angestellte Lehrkräfte forderten auf der Straße höhere Löhne.

Mehrere tausend Stunden fielen aus: Ein bundesweiter Lehrer-Streik im Bildungsbereich hat am Donnerstag auch viele Schulen in Baden-Württemberg getroffen. Lehrkräfte fordern mehr Geld.

Lehrer-Streik legt Schulen lahm – Tausende fordern mehr Geld

Für höhere Löhne sind gestern tausende Beschäftigte im Bildungssektor in den Ausstand getreten. Der bundesweite „Streiktag Bildung“ der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) führte somit auch in Baden-Württemberg zu erheblichen Beeinträchtigungen. Mehrere tausend Unterrichtsstunden fielen aus, und die acht Heimsonderschulen des Landes mussten ihre Internate schließen. Die zentrale Kundgebung für Süddeutschland fand dabei in Mannheim statt. Während die Polizei vor Ort etwa 600 Teilnehmer schätzte, gab die GEW die Zahl der Demonstranten mit 2.000 an. Dieser deutliche Unterschied erklärt sich wahrscheinlich dadurch, dass sich nicht nur streikberechtigte Angestellte, sondern auch viele verbeamtete Kolleginnen und Kollegen in ihrer Freizeit aus Solidarität der Demonstration angeschlossen haben. Zudem reisten viele Teilnehmer aus den benachbarten Bundesländern Rheinland-Pfalz und dem Saarland an.

Anlass für die Proteste ist die laufende Tarifrunde für die etwa 2,6 Millionen Beschäftigten der Länder. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent höhere Löhne, mindestens jedoch 300 Euro mehr im Monat. Gute Bildung gibt es nur mit attraktiver Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen, so die zentrale Botschaft der Streikenden. Diese Position findet auch Unterstützung beim Landeselternbeirat, der die bessere Bezahlung als entscheidend im Kampf gegen den Lehrkräftemangel sieht. Deshalb muss ein Lehrer-Streik es auch einmal in Kauf nehmen, wenn die Schulen einen Tag lang nicht öffnen können.

Lesen Sie auch
Fast jeder Zweite fällt durch Führerschein-Prüfung im Südwesten

Kundgebung in Mannheim: Polizei zählt 600, GEW 2.000 Demonstranten

Das Kultusministerium hatte im Vorfeld aufgrund der Zahlen geringe Auswirkungen erwartet. In Baden-Württemberg sind nur etwa zehn Prozent der rund 120.000 Lehrkräfte angestellt und damit streikberechtigt. Der überwiegende Teil des Personals ist verbeamtet.

Hinter dem Streik steht die GEW, die als größte bildungspolitische Gewerkschaft in Deutschland nicht nur für Tarif-Fragen kämpft. Sie setzt sich für die Aufwertung des gesamten Bildungssektors ein, von der kostenfreien Kita bis zur Hochschule. Die dritte und wahrscheinlich entscheidende Verhandlungsrunde findet schließlich vom 11. bis 13. Februar in Potsdam statt. Bis dahin sind weitere Warnstreiks möglich.

(Quellen: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Kultusministerium Baden-Württemberg, dpa)