
Ein Hubschrauber kreist über Baden-Württemberg, Suchhunde und Drohnen sind im Großeinsatz. Die Polizei sucht nach einem verschwundenen Säugling – dann machen die Ermittler einen tragischen Fund.
Stundenlang kreisten Hubschrauber über einer Kleinstadt, Suchhunde durchkämmten das Gebiet. Was die Einsatzkräfte suchten, bewegt nun ganz Deutschland.
Kinderwagen wird zum wichtigen Hinweis
Ein ungewöhnlich großer Polizeieinsatz hat am Freitag die Menschen in Renningen bei Stuttgart in Atem gehalten. Schon seit der Nacht waren zahlreiche Einsatzkräfte unterwegs. Über dem baden-württembergischen Ort kreisten Hubschrauber, Drohnen stiegen auf und Suchhunde suchten jede Spur ab. Viele Anwohner fragten sich: Was ist passiert? Die Antwort ist erschütternd. Die Polizei suchte mit Hochdruck nach einem erst drei Monate alten Säugling, der seit Donnerstag kurz vor Mitternacht vermisst wurde. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Ludwigsburg galt jede Minute als entscheidend. Deshalb wurde ein Großaufgebot mobilisiert.
An der umfangreichen Suchaktion waren rund vierzig Suchhunde beteiligt sowie mehrere Hubschrauber und Drohnen, die teilweise mit Wärmebildkameras ausgestattet waren. Ein wichtiger Anhaltspunkt für die Ermittler war der Kinderwagen, in dem das Baby zum Zeitpunkt des Verschwindens für einen Moment unbeaufsichtigt lag. Was danach geschah, ist bislang unklar. Stundenlang suchten die Einsatzkräfte nach dem Jungen.
Schrecklicher Fund am Nachmittag
Am Freitagnachmittag dann die traurige Wendung: Die Ermittler fanden die Leiche eines Babys. Laut Polizei handelt es sich mutmaßlich um den vermissten drei Monate alten Jungen. Zu den genauen Umständen des Todes machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Wie das Kind ums Leben gekommen sein könnte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.
Der Fall sorgt weit über Baden-Württemberg hinaus für Bestürzung. Vermisstenfälle von Kindern lösen regelmäßig große Suchaktionen aus. Nach Angaben des Bundeskriminalamts werden in Deutschland täglich zwischen 200 und 300 Menschen als vermisst gemeldet. Rund die Hälfte dieser Fälle betrifft Minderjährige. Die meisten Vermissten werden jedoch schnell gefunden: Etwa zwei Drittel aller Fälle klären sich innerhalb der ersten drei Tage. Nur rund drei Prozent bleiben länger als ein Jahr ungeklärt.
(Quellen: Polizeipräsidium Ludwigsburg, dpa, n-tv)














