
Eine bissige Spinne breitet sich rasant aus und wird immer häufiger in Häusern entdeckt. Warum sie sich so stark vermehrt und welche Gefahr von ihr ausgeht.
Eine Spinne sorgt derzeit in Baden-Württemberg für Aufsehen. Warum sich das Tier immer weiter ausbreitet und was bei einer Begegnung wirklich wichtig ist.
Vom Mittelmeer nach Baden-Württemberg
Die Nosferatu-Spinne breitet sich in Baden-Württemberg rasant aus. Mit ihren langen Beinen, ihrem kräftigen Körperbau und der markanten Zeichnung auf dem Rücken wirkt sie bedrohlich. Dabei ist die Spinne ursprünglich gar nicht in Deutschland heimisch. Noch vor rund zwanzig Jahren war sie fast ausschließlich im Mittelmeerraum beheimatet. Inzwischen hat sie sich jedoch etliche neue Gefilde gesucht. Experten gehen davon aus, dass die zunehmend milden Winter dazu beitragen, dass sich die wärmeliebende Art immer weiter nach Norden ausbreiten kann.
Besonders entlang des Rheins hat sich die Nosferatu-Spinne in den vergangenen Jahren massiv ausgebreitet. Von dort aus wanderte sie weiter ins Landesinnere und wird inzwischen fast flächendeckend in Baden-Württemberg nachgewiesen. Nur in wenigen kühleren Hochlagen, etwa im Hochschwarzwald, stößt sie noch an ihre klimatischen Grenzen. Vor allem im Herbst wird die Spinne häufiger gesichtet. Dann beginnt ihre Paarungszeit – und viele Tiere suchen geschützte, warme Orte auf. Keller, Dachböden, Garagen oder Terrassen werden dann schnell zum neuen Unterschlupf.
Gefährlich oder harmlos? Das raten Experten
So furchteinflößend die Nosferatu-Spinne aussieht – für Menschen ist sie in der Regel ungefährlich. Zwar gehört sie zu den wenigen Spinnenarten in Deutschland, die mit ihren Giftklauen menschliche Haut durchdringen können, doch Experten warnen vor Panikmache. Ein Biss ist meist nicht schlimmer als ein Wespenstich. Möglich sind leichte Schmerzen, Rötungen oder Schwellungen, ernsthafte Folgen sind jedoch selten. Falls die Rötung allerdings großflächiger wird oder weitere Symptome hinzukommen, sollte ein Arzt aufgesucht werden – im besten Fall mit der Spinne, damit diese bestimmt werden kann.
Wer eine Nosferatu-Spinne entdeckt, sollte sie nicht mit bloßen Händen anfassen. Stattdessen empfiehlt es sich, ein Glas über das Tier zu stülpen, Papier darunterzuschieben und die Spinne nach draußen zu bringen. Damit es gar nicht erst zu ungebetenen Hausbesuchen kommt, empfehlen Experten, mögliche Zugänge konsequent abzudichten. Auch Hausmittel sollen helfen, Spinnen fernzuhalten. Besonders Lavendel gilt als bewährter Duftstoff zur Abwehr. Ist die Spinne bereits im Haus, können auch Essig sowie die Gerüche von Minze, Zitrusfrüchten oder Eukalyptus helfen. Selbst Kastanien oder Tabak sollen eine abschreckende Wirkung auf Spinnen haben. Zusätzlich gibt es im Internet oder Baumarkt spezielle Anti-Spinnen-Sprays.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa, Naturkundemuseum Karlsruhe)














