
Ein mysteriöser Fund sorgt für Aufregung: In einem Vorgarten in Baden-Württemberg entdecken zwei Männer bei der Ostereiersuche ein Fläschchen mit der Aufschrift „Polonium 210“ – ein Großeinsatz folgt.
Ein harmloser Ostersonntag endet plötzlich mit Blaulicht und Absperrband: Ein rätselhafter Fund im Garten sorgt für Angst vor einem tödlichen Strahlengift.
Ostereiersuche endet mit Alarm
Was eigentlich ein gemütlicher Ostersonntag werden sollte, entwickelte sich in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) zu einem Großeinsatz. Gegen 16:30 Uhr entdeckten zwei Männer im Wohngebiet „Am Wolfsberg“ bei einer Ostereiersuche in einem Vorgarten einen ungewöhnlichen Gegenstand: ein kleines weißes Kunststofffläschchen mit rotem Deckel. Auf dem Behälter stand eine Aufschrift, die sofort für große Besorgnis sorgte: „Polonium 210“.
Die Männer verständigten die Behörden. Kurz darauf rückten Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei mit einem Großaufgebot an. Insgesamt alarmierte man etwa 140 Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis, darunter Spezialkräfte für Strahlenschutz. Der Bereich rund um den Fundort wurde dabei vorsorglich weiträumig abgesperrt.
Angst vor tödlichem Strahlengift
Polonium-210 ist ein chemisches Element mit extrem hoher Radiotoxizität. Gelangt das Radionuklid in den menschlichen Körper – etwa durch Einatmen oder über offene Wunden –, kann es zu schweren oder sogar tödlichen Vergiftungen kommen. Auch für die Umwelt wäre ein Austritt problematisch, denn das künstlich hergestellte Material könnte sich in Pflanzen anreichern, die später über Tiere oder Lebensmittel in die menschliche Nahrungskette gelangen. Das Fläschchen wirkte auf den ersten Blick erstaunlich authentisch. Der Kreisbrandmeister erklärte, dass Behälter und Beschriftung zum gefährlichen Stoff passen würden. Auch das relativ hohe Gewicht des Fläschchens – etwa 200 Gramm – habe zu dieser Einschätzung beigetragen. Doch dann folgte eine überraschende Entwarnung: Alle Strahlenmessungen rund um das Fläschchen blieben negativ. Auch medizinische Untersuchungen bei den beiden Findern ergaben keinerlei Auffälligkeiten.
Am Montagnachmittag meldete sich das baden-württembergische Umweltministerium zu Wort. Nach ersten Plausibilitätsprüfungen gehen Fachleute derzeit davon aus, dass es sich wahrscheinlich nicht um echtes Polonium-210 handelt. Das Fläschchen wurde zur Landesanstalt für Umwelt (LUBW) nach Karlsruhe gebracht, denn dort soll mit einer aufwendigen Alphaspektrometrie untersucht werden, welche Strahlung das Material tatsächlich aussendet. Erst dieses Verfahren kann endgültig klären, ob radioaktive Stoffe enthalten sind. Für die Anwohner bestand laut Stadtverwaltung zu keiner Zeit Gefahr. Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth dankte den Einsatzkräften für ihren ungewöhnlichen Ostereinsatz.
(Quellen: Polizeipräsidium Ludwigsburg, Stadt Vaihingen an der Enz)














