Hitze-Drama in Baden-Württemberg – jetzt sterben die Fische

Im Wasser sind mehrere Fische zu sehen, die bereits verstorben sind. Sie werden an Land gespült und liegen nebeneinander und seitlich mit dem Körper tot im feuchten Sand.
Symbolbild

Im Neckar spitzt sich die Lage dramatisch zu: Fische kämpfen mit Sauerstoffmangel und hohen Wassertemperaturen. Es ist ein Hitze-Drama in Baden-Württemberg, das tödliche Folgen hat.

Der Neckar wird zur Todesfalle: Während die Hitze das Wasser aufheizt, geht den Fischen die Luft aus – und ein stilles Drama nimmt seinen Lauf.

Wenn selbst der Neckar zur Gefahr wird

Am Neckar bei Starzach-Sulzau im Kreis Tübingen bietet sich derzeit ein erschreckendes Bild. Meterlange Aale treiben tot im Wasser, Forellen stellen das Fressen ein. Schuld ist hauptsächlich das aufgeheizte Wasser. Seit Wochen liegen die Temperaturen im Neckar bei mehr als 24 Grad. Für die Tiere ist das viel zu warm: Optimal wären für viele Arten lediglich etwa sechzehn bis siebzehn Grad. Gleichzeitig sinkt der Pegel des Flusses immer weiter.

Besonders hart trifft die Situation die Aale. Durch die Wärme wachsen Algen stärker. Doch was zunächst nach üppigem Pflanzenwachstum klingt, wird für die Fische zum Problem: Beim Abbau der Algen wird Sauerstoff verbraucht. Im ohnehin warmen Wasser wird die Luft knapp. Die Aale ziehen sich deshalb auf den Gewässergrund zurück und bewegen sich kaum noch. Teilweise werden die Tiere von Algen überwuchert. Irgendwann reicht der Sauerstoff nicht mehr – die Aale verenden. Die Sportfischer vom Schloss Weitenburg haben deshalb bereits vor vier Wochen das Angeln eingestellt. Die Fische sollen nicht zusätzlich durch Fang und Zurücksetzen gestresst werden.

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Die Wärme bringt weitere Gefahren

Doch Sauerstoffmangel ist nicht die einzige Bedrohung. Bei hohen Wassertemperaturen kann sich auch die sogenannte Rotseuche ausbreiten. Viele Aale tragen die Erreger bereits in sich. Die Wärme kann die Krankheit ausbrechen lassen – mit tödlichen Folgen. Auch andere Arten leiden. Forellen fressen bei den derzeitigen Temperaturen häufig gar nichts.

Das Fischsterben ist dabei nur ein sichtbares Zeichen eines größeren Problems. In Baden-Württemberg hat sich die Zahl der Hitzetage mit mindestens dreißig Grad im Vergleich zu früheren Vergleichszeiträumen mehr als verdoppelt. Auch Tropennächte werden häufiger. Die Folgen reichen längst über Flüsse und Seen hinaus. Nach Einschätzung des Landes belastet die zunehmende Hitze auch Menschen, Landwirtschaft, Verkehrsinfrastruktur und Telekommunikationsnetze. Das Land setzt deshalb auf Anpassung: Mehr Stadtbäume, Begrünung, Entsiegelung und Schatten sollen die Folgen der Hitze abmildern. Bis spätestens 2034 müssen Kommunen zudem eigene Klimaanpassungskonzepte vorlegen.

(Quellen: LRA Tübingen, LUBW)