
Die Sonne bleibt, aber der Regen bleibt weiterhin aus: Die Dürre in Baden-Württemberg verschärft sich weiter. Ein neuer „Heatdome“ könnte die Trockenheit jetzt zusätzlich antreiben.
Mit der Sonne steigt im Südwesten eine Gefahr, die für alle Bewohner in den kommenden Tagen noch zum echten Problem werden könnte. Fachleute schauen schon jetzt mit großer Sorge auf die nächsten Prognosen, da die Wetterlage für die Region ein kritisches Maß erreichen dürfte.
Jetzt baut sich die nächste Hitzefalle auf
Sommerfans dürfen sich in Baden-Württemberg auf die nächsten sonnigen Tage freuen. Nach einzelnen Regenschauern in den vergangenen Wochen übernimmt nun wieder die Sonne das Kommando. Bis Donnerstag bleibt es in Freiburg, dem Schwarzwald und weiten Teilen der Region trocken. Die Temperaturen klettern dabei auf bis zu 30 Grad. Welche Freibad-Fans und Sonnenanbeter nach perfekten Bedingungen klingt, hat allerdings eine Kehrseite. Denn während der Nordosten Deutschlands zuletzt immer wieder Regen abbekam, bleibt der Südwesten weitgehend auf dem Trockenen. Die Folge: Die Dürre verschärft sich weiter, Böden trocknen aus und auch Flüsse sowie Seen leiden zunehmend unter dem fehlenden Niederschlag.
Meteorologen beobachten derzeit über Südwesteuropa den Aufbau eines sogenannten „Heatdomes“. Dahinter verbirgt sich eine blockierte Großwetterlage. Ein kräftiges Hochdruckgebiet wird dabei von zwei Tiefdruckgebieten eingerahmt und bildet in der Höhenströmung das charakteristische Omega-Muster. Die Auswirkungen sind deutlich spürbar: Unter dieser Wetterkuppel sinkt die Luft stetig ab, wird dabei komprimiert und erwärmt sich von Tag zu Tag weiter. Gleichzeitig werden Regenwolken unterdrückt. Das Wetter bleibt oft über mehrere Tage oder sogar Wochen nahezu unverändert – mit viel Sonnenschein, steigenden Temperaturen und ausbleibendem Regen.
Sonne satt – doch die Folgen werden immer teurer
Viele glauben, dass es Ende Juli wegen der kürzeren Tage automatisch nicht mehr so heiß werden könne. Tatsächlich verliert der Tag bis Ende Juli im Vergleich zur Sommersonnenwende lediglich rund eine Stunde Tageslicht. Weil sich Boden, Luft und Gewässer nur langsam erwärmen, folgt der Höhepunkt der Temperaturen dem Maximum der Sonneneinstrahlung meist erst vier bis sechs Wochen später.
Die anhaltende Hitze hat dabei längst nicht mehr nur Auswirkungen auf die Natur. Auch wirtschaftlich werden die Folgen immer gravierender. Nach Berechnungen des Wirtschaftsforschungsunternehmens Prognos könnten Tage mit Temperaturen von mehr als 35 Grad die deutsche Wirtschaft künftig fast eine Milliarde Euro pro Tag kosten. Allein die Hitzewelle in den letzten beiden Juniwochen verursachte demnach Schäden von rund 6,32 Milliarden Euro.
(Quellen: wetter.net, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)














