Hornissen breiten sich rasant aus – Zahl der Nester explodiert

Naturschützer und Forscher in Schutzanzügen auf einer Hebebühne. Während einer Person einen großen Plastiksack aufhält, versucht die andere Person ein sehr großes Insektennest darin zu verstauen.
Symbolbild © imago/ CTK Photo

Die Asiatische Hornisse breitet sich weiter aus, und die Zahl der Nester explodiert. Jetzt steht den Menschen eine besonders heikle Phase bevor – mit einer überraschenden Gefahr.

Die Asiatische Hornisse erobert Baden-Württemberg immer weiter. Doch jetzt kommt eine besonders brisante Phase – und ein Detail könnte teuer werden.

Jetzt wird es richtig brenzlig

Die Zahl der gemeldeten Nester der Asiatischen Hornisse ist in Baden-Württemberg auf einen neuen Höchststand gestiegen. Allein bis Ende August wurden im Land bereits mehr als 2.000 Nester gemeldet. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es lediglich etwas mehr als 900. Die invasive Art breitet sich nach Angaben der Landesanstalt für Bienenkunde immer weiter aus – inzwischen sogar bis in die östlichen Regionen Baden-Württembergs. Für Imker und Naturschützer ist das eine alarmierende Entwicklung. Denn die Asiatische Hornisse macht Jagd auf heimische Honigbienen und vertilgt außerdem große Mengen anderer Insekten. Damit kann sie nicht nur Bienenvölker unter Druck setzen, sondern auch die heimische Artenvielfalt beeinträchtigen. Inzwischen gilt die Asiatische Hornisse in Baden-Württemberg als etablierte invasive Art.

Doch die explosionsartigen Meldezahlen müssen nicht zwangsläufig bedeuten, dass sich die Hornisse tatsächlich in diesem Ausmaß vermehrt hat. Das Landwirtschaftsministerium weist darauf hin, dass auch die gestiegene Bekanntheit der Art und eine größere Aufmerksamkeit in der Bevölkerung eine Rolle spielen könnten. Und nun steht die nächste kritische Phase bevor: Im Herbst beginnt die Hochsaison für die sogenannten Sekundärnester. Werden Primärnester nicht rechtzeitig entdeckt, werden sie den Hornissen irgendwann zu klein. Das Volk zieht dann in größere Behausungen um. Nach Angaben der Landesanstalt für Bienenkunde können Sekundärnester bis zu einen Meter Durchmesser erreichen und rund 2.000 Tiere beherbergen. Ihre Entfernung ist entsprechend aufwendig. Das Land Baden-Württemberg zahlt deshalb 200 Euro pro entferntem Nest.

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Achtung: Diese Verwechslung kann richtig teuer werden

Wer jetzt selbst zum Hornissenjäger werden will, sollte allerdings genau hinschauen. Denn die heimische Europäische Hornisse darf nicht einfach getötet oder ihr Nest zerstört werden. Dafür können je nach Bundesland empfindliche Bußgelder von bis zu 65.000 Euro fällig werden.

Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die Beine: Die Asiatische Hornisse fällt durch ihre auffallend gelben Beine auf. Bei der Europäischen Hornisse sind sie dagegen überwiegend dunkel gefärbt. Und vielleicht bekommt die invasive Art ausgerechnet durch den Klimawandel künftig einen natürlichen Dämpfer. Wärme gefällt ihr zwar – doch sie benötigt auch Wasser. Heiß und trocken, wie in diesem Sommer, sind daher keine idealen Bedingungen für die Asiatische Hornisse.

(Quellen: LUBW, Uni Hohenheim)