Im Schwarzwald: Behörden unternehmen letzten Versuch

Eine malerische Berglandschaft mit Blick auf den Schwarzwald. Die grünen, orangefarbenen und braunen Bäume sind mit Nebel bedeckt. Dazwischen sind einzelne Sonnenstrahlen zu sehen.
Symbolbild © istockphoto/Britus

Im Schwarzwald wird es immer gefährlicher. Nun unternehmen die Behörden einen letzten Versuch, um die Menschen zu schützen. Doch die Zweifel an der Aktion sind immens.

Seit Jahren sorgt ein bestimmtes Tier im Schwarzwald für Aufsehen. Nun wollen die Behörden einen letzten Versuch unternehmen, um dem Übeltäter Einhalt zu gebieten. Die Menschen sind in Aufruhr.

Tier im Schwarzwald: Die Menschen haben Angst

Seit Jahren sorgt ein Wolf im Schwarzwald für Aufsehen. Der als „Grindi“ bekannte Wolfsrüde an der Hornisgrinde kommt Menschen immer wieder ungewöhnlich nahe. Nun wollen die Behörden einen letzten Versuch unternehmen, um sein Verhalten zu verändern. Sollte dieser scheitern, könnte das Tier erneut zum Abschuss freigegeben werden. Der Wolf im Schwarzwald fällt bereits seit mehreren Jahren durch seine geringe Scheu vor Menschen auf. Immer wieder nähert er sich Spaziergängern, insbesondere wenn diese mit Hunden unterwegs sind. Teilweise begleitet er sie in einem Abstand von weniger als 30 Metern. Zu einem Angriff auf einen Menschen kam es bislang nicht. Trotzdem bereitet sein Verhalten den Menschen Sorgen.

Bereits in der Vergangenheit hat man versucht, den Wolf zu besendern und auf Abstand zu Menschen zu halten. Nachdem diese Maßnahmen keinen Erfolg gebracht hatten, erteilte das baden-württembergische Umweltministerium Anfang 2026 schließlich eine Abschussgenehmigung. Nach dem Ende der Paarungszeit hat man diese im März jedoch vorerst ausgesetzt. Jetzt bekommt der Wolf im Schwarzwald eine weitere Chance. Gemeinsam mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und dem zuständigen Landwirtschaftsministerium will der Nationalpark Schwarzwald prüfen, ob sich das Verhalten des ausgewachsenen Tieres noch verändern lässt. Dafür sind sogenannte Vergrämungsmaßnahmen vorgesehen. Der Wolf soll lernen, die Nähe zu Menschen künftig zu meiden.

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Ein letzter Versuch wird unternommen

Ob das gelingt, ist allerdings offen. Die Experten beschäftigen sich bereits seit längerer Zeit intensiv mit dem Tier, welches offiziell die Bezeichnung GW2672m trägt. Experten gehen davon aus, dass der Rüde die Nähe von Menschen toleriert, während sein eigentliches Interesse deren Hunden gilt. Damit die Vergrämung des Wolfes im Schwarzwald funktioniert, sind die Behörden auch auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Menschen sollen den Wolf weder gezielt aufsuchen noch versuchen, sich ihm für Fotos zu nähern. Füttern ist ebenfalls tabu. Positive Erfahrungen mit Menschen könnten dazu führen, dass der Wolf seine Scheu noch weiter verliert.

Unterdessen haben sich auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Umgang mit Wölfen verändert. Seit dem 2. April 2026 ist der Wolf in Deutschland Teil des Bundesjagdgesetzes. Wölfe bleiben allerdings weiterhin eine nach europäischem Recht geschützte Tierart.

(Quellen: nationalpark-schwarzwald.de, eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure)