
Ein Stück Heimatkultur verschwindet aus dem Äther. Denn der Insolvenz eines beliebten Kult-Senders aus Baden-Württemberg folgte jetzt der Sendestopp. Die Fans zeigen sich darüber traurig.
Die Abschiedssendung ist gelaufen, der Äther ist still. Was zum plötzlichen Ende des Kult-Senders in Baden-Württemberg führte und ob es noch Hoffnung gibt.
Ohne Vertretung, ohne Geld: Die Kettenreaktion nach einem plötzlichen Tod
Nach fast vier Jahrzehnten fällt eine etablierte Plattform für lokale Nachrichten, Interviews und regionale Themen weg. Denn das Rhein-Neckar Fernsehen (RNF) verstummt. Der private Regionalsender aus Heidelberg, der als ältester seiner Art in Deutschland galt, musste am vergangenen Freitag seinen Betrieb einstellen. Das Ende des Kult-Senders aus Baden-Württemberg folgte auf ein vorläufiges Insolvenzverfahren, das die 21 Mitarbeiter selbst beantragt hatten, nachdem der alleinige Geschäftsführer unerwartet verstorben war. Die finale Nachrichtensendung „RNF Life“ markierte das vorläufige Ende einer Ära.
Hintergrund der Einstellung ist eine akute Finanznot. Dem Sender fehlte nach Angaben des Insolvenzverwalters eine mittlere fünfstellige Summe, um den Sendebetrieb auch nur kurzfristig aufrechtzuerhalten. Bis zum späten Freitagnachmittag hatte es noch Gespräche mit einem potenziellen Investor gegeben, die jedoch ohne Einigung endeten. Die Insolvenz des traditionsreichen Kult-Senders aus Baden-Württemberg ist das vorläufige Ende einer langen Krise. Das RNF kämpfte seit Jahren mit fehlenden Werbeeinnahmen, nachdem es das RTL-Regionalfenster verloren hatte. Der plötzliche Tod des Geschäftsführers Joachim Schulz im November 2025 traf den Sender dann unvorbereitet, da dieser keine Vertretungsregelung hinterlassen hatte. Ohne handlungsfähige Geschäftsführung war eine schnelle Lösung der finanziellen Engpässe unmöglich. Zumindest sind die Gehälter der Beschäftigten bis Ende Dezember gesichert.
Geisterkanal: Wo einst Lokalnachrichten flimmerten, rauscht es nur noch
In einer Online-Stellungnahme ließ die Redaktionsleitung keinen Zweifel an den Gründen für das Scheitern. Man verwies auf die digitale Modernisierung des Senders und eine verdoppelte Produktivität, die jedoch an der grundlegenden Verschiebung des Werbemarktes gescheitert sei. Werbegelder seien zunehmend zu globalen Internetplattformen abgewandert, während lokale Medien wie das RNF die kostenintensive Berichterstattung für die Region aufrechterhielten.
Hinter den Kulissen sollen zwar weiterhin Gespräche mit möglichen Investoren geführt werden, doch realistisch betrachtet bedeutet der Sendestopp das Ende für diesen Kult-Sender in Baden-Württemberg. Sollte keine Rettung gelingen, wäre das 40-jährige Jubiläum des Senders im kommenden Jahr nicht mehr zu feiern.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, dpa)














