
Eine exotische Tierplage befällt aktuell Baden-Württemberg: Eine haarige Gefahr breitet sich rasant aus und sorgt für gesperrte Kitas, abgesagte Feste und gesundheitliche Risiken im ganzen Land.
Ein unscheinbares Tier versetzt Kindergärten, Sportvereine und ganze Städte in Alarmbereitschaft – und das mit gutem Grund. Wer es berührt, riskiert mehr als nur einen Juckreiz.
Ein Tier mit harmloser Fassade und gefährlichen Folgen
Was da derzeit durch die Wälder und Parks Baden-Württembergs kriecht, sieht auf den ersten Blick vielleicht harmlos aus. Doch der Eindruck täuscht. Denn diese haarige Plage ist nicht nur für Bäume gefährlich, sondern vor allem für uns Menschen – und sie breitet sich derzeit rasant aus.
Besonders betroffen ist aktuell der Aalener Stadtwald Rohrwang. In der unmittelbaren Nachbarschaft ist ein Kindergarten derzeit im Ausnahmezustand: Kinder der Kita „Wirbelwind“ dürfen nicht mehr nach draußen. Fenster müssen geschlossen bleiben. Zudem wurden Sportveranstaltungen und Feste vorsorglich abgesagt. Der Grund: eine massenhafte Invasion des gefürchteten Eichenprozessionsspinners. Die kleinen Raupen mögen nur rund drei Zentimeter lang sein – ihre Wirkung ist aber enorm. Denn sie tragen winzige Brennhaare, die bei Berührung gefährliche Reaktionen auslösen können: Hautausschläge, Atemnot und im Extremfall sogar einen allergischen Schock.
Exotische Tierplage befällt Bäume: Gegenangriff mit Schutzanzügen und Saugern
Im ganzen Land sind mittlerweile spezialisierte Teams im Einsatz, um die haarigen Tierchen zu bekämpfen. In Aalen beispielsweise rückt ein Forstingenieur-Team mit Schutzanzug und Spezialgerät an. Mit Saugern, die sonst auch bei Asbest verwendet werden, werden die Nester vorsichtig abgesaugt. Größere Gespinste landen samt Inhalt in Eimern und werden später verbrannt. Nur so kann die Plage eingedämmt werden. Die Tiere nisten sich bevorzugt in Eichen ein, wo sie auffällige weiße Gespinste bauen. Sie leben in Gruppen und wandern gemeinsam durch die Wälder – daher auch ihr ungewöhnlicher Name.
Der Deutsche Wetterdienst schlägt Alarm: Bereits im vergangenen Monat hat sich die Raupe fast in ganz Baden-Württemberg entwickelt. Spaziergänger sollten Wälder derzeit nur auf sicheren Wegen betreten und keinesfalls die Raupen oder ihre Nester berühren. Wer trotzdem mit den Haaren der Tiere in Kontakt kommt, sollte sofort handeln: Kleidung wechseln und heiß waschen, Haut gründlich abspülen, Haare waschen und möglichst duschen. Nur so lässt sich die gefährliche Wirkung minimieren.














