
Unglaublich: Der Kampf um den zutraulichen Wolf im Schwarzwald ist noch nicht verloren. Jetzt wurde der Abschuss für das neugierige Tier erstmal gestoppt. Doch sein Schicksal ist noch nicht entschieden.
Tierschützer feiern, denn der Abschuss für einen bestimmten Wolf im Schwarzwald wurde jetzt doch noch gestoppt. Einige Experten denken, dass er sein Verhalten ändern könnte und überlebt.
Gefährlich: Er hat sich zu nah herangetraut
Früher wimmelte es nur so von Wölfen in deutschen Wäldern. Nachdem die Tiere mehr als einhundert Jahre lang als ausgerottet gegolten hatten, leben hierzulande nun wieder schätzungsweise 219 Rudel. Für den Menschen stellt das normalerweise keine Gefahr dar, denn Wölfe sind scheu und halten sich in ihren riesigen Territorien meist versteckt. Eine echte Ausnahme stellt jedoch der „Hornisgrinde-Wolf“ mit der Bezeichnung GW2672m dar. Denn er scheint im Gegensatz zu den anderen keine Angst vor Menschen zu haben und wagt sich bis auf 30 Meter an sie heran.
Angegriffen hat er bislang niemanden. Allerdings löst das Tier einen echten Hype aus, sodass Wanderer sogar gezielt für eine Begegnung mit ihm anreisen. Experten sehen das Verhalten durch die potenzielle Gefahr des Wildtieres jedoch als problematisch an. Das Umweltministerium bezeichnet seine Art und Weise als neugierig, und trotzdem haben die Verantwortlichen entschieden, dass er bis zum 10. März erschossen werden darf. Geschafft hat das niemand, und nun wurde der Abschuss für GW2672m überraschend gestoppt.
Hoffnung: Jetzt hat er kein Interesse mehr
Der Verwaltungsgerichtshof hat den Abschuss für den zahmen Wolf aus dem Schwarzwald jetzt gestoppt. Denn Jäger bräuchten eine Verlängerung, um ihn zu erlegen. Dieser Sinneswandel geht vor allem darauf zurück, dass der Wolf sein Verhalten geändert hat. Denn Anfang des Jahres war die sogenannte Ranzzeit. Experten gehen davon aus, dass er deshalb besonders an Hündinnen interessiert war und sich Menschen näherte. Jetzt hat er wieder damit aufgehört und zeigt sich schüchtern und scheu.
Auch wenn das Umweltministerium keine finale Entwarnung für das Tier geben will, gibt es aktuell keinen Anlass, ihn weiter zu jagen. Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA) wird indessen seitens des Ministeriums gebeten, Pläne zu erarbeiten, wie der Wolf umerzogen werden kann. Wenn alles gut läuft, ändert er sein Verhalten dauerhaft und kann leben.
(Quellen: eigene Recherche der KA-Insider-Redakteure, Umweltministerium Baden-Württemberg, SWR)














