Job-Schock in BW – mehr als 700 Stellen vor dem Aus

Im Vordergrund ist eine Spritze mit feiner Nadel zu sehen, schräg von oben nach unten. Im Hintergrund steht groß "BIONTECH". Die Buchstaben sind überwiegend türkisgrün, das "N" ist gelbgrün. Der Hintergrund ist hell und schlicht.
Symbolbild © imago/Zoonar

Das sind bittere Nachrichten für zahlreiche Beschäftigte in Baden-Württemberg: Ein wichtiger Biotech-Standort steht nun vor dem Aus – und die Hoffnung auf einen neuen Investor ist geplatzt.

Ein bitterer Rückschlag für Tübingen: Bei einem bekannten Biotech-Standort droht das Aus. Für Hunderte Beschäftigte beginnt damit eine Zeit voller Ungewissheit.

Große Pläne, aber mit bitterem Ende

Es sollte eigentlich eine Erfolgsgeschichte werden, doch nun soll der Tübinger BioNTech-Standort geschlossen werden. Für mehr als 700 Mitarbeiter könnte der Arbeitsplatz bald Geschichte sein. Das Unternehmen hat seine Beschäftigten bereits über die Pläne informiert. Intensive Bemühungen, einen Investor für den Standort zu finden, blieben offenbar ohne Erfolg. Auch zwei weitere Standorte des Konzerns sind betroffen – im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein und im hessischen Marburg.

Bereits Anfang Mai hatte das Unternehmen angekündigt, sich von den drei Standorten trennen zu wollen. Ein wesentlicher Grund: Die Nachfrage nach Corona-Impfstoffen ist nach dem Ende der akuten Pandemie massiv zurückgegangen. Für den Standort in Tübingen soll es zwischenzeitlich Interessenten gegeben haben. Eine Rettung gelang letztlich aber nicht. Nun steht fest: Ende 2027 soll in Tübingen Schluss sein.

Lesen Sie auch
Baden-Württemberg verschärft Miet-Regel – 130 Städte betroffen

Vom CureVac-Sitz zum Sorgenstandort

In Tübingen befand sich einst der Sitz von CureVac – jenem Unternehmen, das während der Corona-Pandemie ebenfalls um die Entwicklung eines Impfstoffs kämpfte. Im Sommer 2025 kündigte BioNTech schließlich die Übernahme des Konkurrenten an. Die milliardenschwere Transaktion zog sich über Monate hin. Jetzt droht ausgerechnet dem übernommenen Standort das Aus. Um die Folgen für die Beschäftigten abzufedern, hat BioNTech nach eigenen Angaben gemeinsam mit dem Konzernbetriebsrat ergänzende Abfindungskonditionen vereinbart. Wie diese genau aussehen, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit.

Wirtschaftlich steht BioNTech derzeit unter Druck. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres verbuchte der Konzern unterm Strich einen Verlust von 1,35 Milliarden Euro. Damit endet in Tübingen ein Kapitel, das einst mit großen Hoffnungen auf medizinische Durchbrüche und Milliardeninvestitionen begonnen hatte. Für die Beschäftigten beginnt nun vor allem eines: das Warten auf Klarheit.

(Quellen: BioNTech, Stadt Tübingen)