
Seit Ende 2024 zieht der Turnskandal in Baden-Württemberg immer größere Kreise. Inzwischen gibt es neue Hinweise, die die Staatsanwaltschaft nun genauer prüft. Die Vorwürfe gegen die Beschuldigten wiegen schwer.
Körperlicher und mentaler Missbrauch sind im Kern die Vorwürfe, die Ende 2024 gegen mehrere Stuttgarter Trainer erhoben wurden. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft zudem gegen Personen in leitenden Funktionen.
Turnskandal in Baden-Württemberg – der Anfang
Ende 2024 und Anfang 2025 hatten mehrere ehemalige und aktive Leistungsturnerinnen öffentlich Kritik am Kunst-Turn-Forum Stuttgart und dem Turnstützpunkt in Mannheim geäußert. Sie prangerten die Trainingsmethoden und den persönlichen Umgang seitens der Trainer an. Betroffene sprachen von körperlichem und mentalem Missbrauch. Erniedrigungen, Manipulationen und sogar Drohungen seien an der Tagesordnung gewesen. Auch seien die Umstände, unter denen die Trainings stattfanden, katastrophal gewesen. Daraufhin hatte sich die Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeschaltet und Ermittlungen eingeleitet.
Auch der Schwäbische Turnerbund (STB) hat reagiert und auf personeller Ebene Veränderungen vorgenommen. Die beschuldigten Trainer wurden von ihren Aufgaben freigestellt. Deren Job übernahmen schließlich zwei angesehene Trainer aus den USA. Damit will der STB die Rahmenbedingungen für das Training verbessern und mögliches Fehlverhalten schon im Vorfeld im Keim ersticken.
Weitere Anschuldigungen im Turnskandal in Baden-Württemberg
Nun ist auch die Führungsriege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Namentlich geht es um Verbandspräsident Alfons Hölzl und Sportvorstand Thomas Gutekunst. In einem offiziellen Statement erklärt der DTB, dass nach wie vor das Kunst-Turn-Forum Stuttgart Hauptgegenstand der Ermittlungen sei. Dennoch habe man Anwälte beauftragt, die den Sachverhalt derzeit überprüfen. Außerdem wolle man die Ermittlungen weiterhin unterstützen.
Auch der STB hat eine neuerliche Stellungnahme veröffentlicht und erklärt, dass mittlerweile auch gegen Funktionäre des Schwäbischen Turnerbunds ermittelt werde. Wie bei Hölzl und Gutekunst beziehen sich die Anschuldigungen vornehmlich auf Pflichtverletzung. Doch bestünde auch der Verdacht auf „versuchte, vorsätzliche Körperverletzung und Nötigung in jeweils mehreren Fällen durch Unterlassen“. Der STB weist diese Vorwürfe entschieden zurück. Bis Mitte November 2025 hat die Staatsanwaltschaft 72 Zeugenvernehmungen durchgeführt. Die Ermittlungen dauern an.
(Quellen: Staatsanwaltschaft Stuttgart, Turnerverbund)














